Manche Retro-Computer-Enthusiasten ziehen es vor, ihre Systeme unangetastet zu lassen, um genau die Eigenschaften zu bewahren, die sie einzigartig machen. Andere hingegen bevorzugen bestimmte Umbauten, um ihre Silizium-Innereien zu „modernisieren“. Der YouTube-Nutzer „Dr. Moddnstine“ gehört zur letzteren Kategorie: Er hat einen alten IBM Aptiva in eine Skylake-Plattform verwandelt – und dabei noch etwas Besonderes getan: Er nutzt Disketten zum Lesen von SD-Karten.
In den letzten Jahren habe ich einige alte Computer ziehen lassen (bei Tastaturen passiert mir das nicht), doch im Hinterkopf blieb immer die Idee, ein „Marken“-System (IBM, HP, Compaq oder Ähnliches) zu finden und moderne Komponenten darin zu verbauen – eine Art „anachronistischer Computer“, wenn man es so nennen will.
Solche Projekte erfordern logischerweise Zeit und Geld, aber die Welt ist groß, und während ich noch an einer Idee festhalte, schafft es jemand da draußen, ans Ziel zu kommen. Das jüngste Beispiel ist ein gewisser „Dr. Moddnstine“ auf YouTube, der einen IBM Aptiva 486 aus dem Jahr 1996 in ein System mit einem Intel Core i7-6700K-Prozessor aus der Skylake-Familie verwandelt hat.
Die Umbauten am Gehäuse waren umfangreich, auch wenn sie von vorne kaum zu erkennen sind. Grundsätzlich musste er die gesamte Rückwand ersetzen (wie bei der Hardware war auch die Anordnung der Anschlüsse in IBM-Systemen proprietär) und eine neue schaffen, um die neue Hardware aufzunehmen. Außerdem gelang es ihm, im Inneren des Gehäuses eine Flüssigkeitskühlung und eine Grafikkarte Radeon R9 390 zu installieren – keine leichte Aufgabe, denn beide Komponenten sind riesig.
Was Dr. Moddnstine an seinem gesamten Projekt am meisten Freude bereitet, ist die Modifikation des Diskettenlaufwerks zum Lesen von SD-Karten. Er entfernte den Lesemechanismus, baute einen Kartenleser ein und veränderte jede Diskette so, dass sie eine Karte direkt unter der Metallklappe halten kann. Ein entscheidender Aspekt dieses Mods war die Verwendung eines Anschlusses für 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerke, dessen Pins den gleichen Abstand haben wie die Kontakte einer SD-Karte.
Das zweite Video ist lang, aber es lohnt sich, es vollständig anzusehen. Es zeigt die Funktionsweise dieser Disketten ausführlicher, einschließlich einer mit einer 128-Gigabyte-Karte (real 118 GB). Wer den Aufbau genauer sehen möchte, kann die Galerie auf Imgur besuchen, sollte sich aber in Geduld üben – Imgur ist von Natur aus langsam.