Linux 7.3 enthält gezielte Änderungen an V3D, AMDGPU, AMD-Displaytreibern und der cgroup-Verwaltung von GPU-Speicher. Igalia meldet weniger CPU-Auslastung bei der AMDGPU-Jobübermittlung, beziffert aber keine allgemeine FPS-Steigerung. Was sich ändert, hängt vom betroffenen Treiber und Anwendungsfall ab.
Die am 26. Oktober 2026 veröffentlichte Bilanz von Igalia nennt 69 verfasste und 59 geprüfte Patches. Das sind getrennte Tätigkeiten, keine Summe einzigartiger Änderungen. NeoTeo hatte sich zuvor mit den Netzwerk-Neuerungen derselben Kernel-Version beschäftigt; hier stehen Grafiktreiber und Gerätespeicher im Mittelpunkt. Die frühere Einordnung zu BIG TCP und MPTCP behandelt den Netzwerkbereich.
Die Änderungen betreffen unterschiedliche Teile des Systems: Jobübermittlung, Farbverarbeitung und Speichergrenzen.
| Bereich | Änderung in Linux 7.3 | Praktische Reichweite |
| V3D | Geordnete Abstraktion für die Jobübermittlung und Sperren bei angeschlossenem Performance-Monitor | Zuverlässigere Zählerwerte beim Messen über mehrere Warteschlangen hinweg |
| AMDGPU | Änderungen an Kontext- und Buffer-Listen sowie an der Jobübermittlung | Igalia meldet geringere CPU-Auslastung bei der Jobübermittlung |
| AMD-Display | Korrekturen gegen HDR-Verlaufsstreifen für die Familien DCN 3.0+ und DCN3.2+ | Betrifft die genannten Displayfamilien und die HDR-Farbverarbeitung |
| cgroup dmem | dmem.peak und geändertes Verhalten beim Absenken von dmem.max | GPU-Speicher lässt sich pro cgroup begrenzen und zurückfordern |
Inhalt
- V3D ordnet Jobs und Performance-Zähler zuverlässiger
- AMDGPU und HDR: weniger CPU-Aufwand, gezielte Farbkorrektur
- Was beim Absenken von dmem.max passiert
- nouveau und die angekündigte Änderung für ältere V3D-Versionen
- Weitere Änderungen in sched-ext
V3D ordnet Jobs und Performance-Zähler zuverlässiger
V3D verwendet für die Jobübermittlung eine gemeinsame Abstraktion, die Jobs als geordnetes Array darstellt. Die Änderung betrifft die Render-, Textur- und Compute-Pfade. Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das vor allem: Der Ablauf im Treiber wird einheitlicher organisiert.
Ist ein Performance-Monitor angeschlossen, erzwingen die Sperren nun die Serialisierung über mehrere Warteschlangen hinweg. So sollen die Zählerwerte beim Debuggen und Profilieren zuverlässiger sein. Das ist ein Vorteil für die Auswertung von Messungen, kein angegebener FPS-Wert.
AMDGPU und HDR: weniger CPU-Aufwand, gezielte Farbkorrektur
Bei AMDGPU berichtet Igalia von geringerer CPU-Auslastung während der Jobübermittlung. Dazu entfernte das Team einen ungenutzten Mutex für Buffer-Object-Listen, speicherte konstante IP-Prüfungen zwischen und verringerte das erneute Aktivieren untätiger Worker. Außerdem wurden Pfade für Kontexte und Buffer-Listen von der IDR-Verwaltung auf XArray umgestellt. Eine XArray ist eine Datenstruktur zur Verwaltung von Einträgen.
Die HDR-Arbeiten betreffen einen anderen Bereich: AMD-Displayfamilien DCN 3.0+ und DCN3.2+. Sie zielen auf Streifenbildung in HDR-Farbverläufen. Igalia beschreibt getrennte Segmente in Nachschlagetabellen (LUTs), um kodierte Werte in lineare Lichtwerte umzuwandeln, wenn passende Hardwarekurven fehlen. Weitere LUT-Anpassungen betreffen die Degamma-Verarbeitung in subsampelten Formaten. Die Korrektur ist damit auf die genannten Displayfamilien und Farbverarbeitungsschritte eingegrenzt.
Was beim Absenken von dmem.max passiert
Eine cgroup ist eine Linux-Kontrollgruppe, über die sich Ressourcen für Prozesse begrenzen lassen. Der dmem-Controller verwaltet dabei Gerätespeicher wie GPU-VRAM. Wird dmem.max unter die aktuelle Nutzung gesenkt, fordert Linux Speicher aus dem VRAM zurück und verschiebt GPU-Objekte in den GTT-Bereich. Eine normale Schreiboperation wartet, bis die Nutzung unter den neuen Grenzwert fällt. Mit O_NONBLOCK wird nicht auf diesen Vorgang gewartet.
Kann die Rückgewinnung den neuen Wert nicht erreichen, bleibt der niedrigere Grenzwert trotzdem wirksam: Weitere Zuweisungen oberhalb des Limits werden blockiert. dmem.min schützt eine Mindestmenge hart vor Verdrängung, dmem.low bietet einen weicheren Schutz. Die neue Datei dmem.peak zeigt den Höchststand an und ist schreibgeschützt. Pro Schreibvorgang lässt sich außerdem nur eine Region aktualisieren.
nouveau und die angekündigte Änderung für ältere V3D-Versionen
Bei NVIDIA-Grafikkarten ist der Treiber entscheidend: Linux 7.3 integriert die dmem-Unterstützung für nouveau, den offenen NVIDIA-Treiber. Diese Einordnung bezieht sich auf nouveau.
Igalia bezeichnet Linux 7.3 als letzte Kernel-Version mit Unterstützung für V3D 3.3 und 4.1. Im nächsten Release soll die Kernel-Unterstützung für diese Versionen abgekündigt werden.
Weitere Änderungen in sched-ext
Igalia entfernte doppelte Kopien von Spinlock-Knoten im BPF-Arena-Bereich. Außerdem wurde ops.cgroup_set_bandwidth() schlaffähig. Die Funktion kann dadurch Operationen aufrufen, die schlafen müssen, etwa eine Speicherzuweisung.