Am 26. Oktober 2026 übernahm Linus Torvalds die ext4-Änderungen für Linux 7.4-rc1 in den Kernel-Entwicklungszweig. Sie ergänzen ext4 um einen optionalen, auf iomap basierenden Weg für die gepufferte Ein- und Ausgabe regulärer Dateien. Standardmäßig bleibt dieser Pfad deaktiviert.
Theodore Ts’o hatte den ext4-Pull am 22. Oktober eingereicht. Der Änderungssatz umfasste 31 Patches von Zhang Yi. Aktiviert wird der neue Pfad mit der ext4-Mount-Option buffered_iomap; wenn nötig, wechselt ext4 automatisch zurück zum bisherigen E/A-Pfad.
Was Zhang Yis FIO-Tests bei verschiedenen Schreibmustern ergaben
Die FIO-Messungen ordnet ein Bericht vom 28. Oktober 2026 Zhang Yi zu. Laut diesem Bericht testete er auf einer virtuellen Maschine mit vier Kernen und einem speicherbasierten Blockgerät. Die Durchsatzwerte unterscheiden sich je nach Schreibgröße und Verfahren deutlich:
| Schreibszenario | Buffer-Head-Pfad (MiB/s) | iomap-Pfad (MiB/s) | Gemeldete Änderung |
| 1 MiB, Schreibvorgänge im Page Cache | 4.295 | 5.780 | +35 % |
| 64 KiB mit Hintergrund-Writeback | 734 | 957 | +30 % |
| 64 KiB, ungepufferte Schreibvorgänge | 415 | 698 | +68 % |
| 1 MiB, ungepufferte Schreibvorgänge | 1.404 | 2.883 | +105 % |
1 KiB, fsync nach jedem Schreibvorgang | 0,71 | 0,60 | −15 % |
Der größte Zuwachs, 105 Prozent, betrifft hier ausschließlich ungepufferte Schreibvorgänge mit 1 MiB. Bei häufigen kleinen Schreibvorgängen mit fsync fiel der Durchsatz im gemeldeten Test dagegen um 15 Prozent. Die Zahlen beschreiben diese konkreten Testfälle, nicht pauschal jede ext4-Installation.
Welche ext4-Funktionen der neue Pfad nicht unterstützt
Die ext4-Pull-Ankündigung nennt sechs nicht unterstützte Fälle: Online-Defragmentierung, Inline-Daten, fs-verity, fscrypt, Inodes ohne Extents und den Mount-Modus data=journal. Bei Bedarf kann ext4 auf den ursprünglichen E/A-Pfad zurückfallen.
Für die Prüfung ist wichtig, dass diese Bedingungen nicht alle auf derselben Ebene liegen. data=journal ist eine Mount-Option. Merkmale wie Verschlüsselung, Verity, Inline-Daten und Extents sind Inode-Attribute. Die Linux-Kernel-Dokumentation führt dafür unter anderem die Flags EXT4_ENCRYPT_FL, EXT4_VERITY_FL, EXT4_INLINE_DATA_FL und EXT4_EXTENTS_FL auf. FS_IOC_GETFLAGS ist die dokumentierte Schnittstelle, um Inode-Attribute auszulesen. Online-Defragmentierung ist dagegen ein Vorgang und kein dauerhaftes Inode-Merkmal.
Warum iomap größere Bereiche abbildet
iomap ist eine Kernel-Bibliothek für Dateioperationen. Ihr Iterator fragt beim Dateisystem nach Zuordnungen zwischen Dateibereichen und Speicherblöcken. Kann das Dateisystem größere Bereiche auf einmal abbilden, verteilen sich die nötigen Zuordnungsaufrufe auf mehr Daten. Das ist die Designidee hinter iomap, aber keine Garantie für einen bestimmten Leistungsgewinn bei jedem Schreibmuster.
Was data=ordered für betroffene Inodes bedeutet
data=ordered ist vom ausgeschlossenen data=journal zu unterscheiden. Im Ordered-Modus schreibt ext4 Datenblöcke vor dem Commit der zugehörigen Metadaten. Die Pull-Ankündigung hält fest, dass Inodes auf dem neuen iomap-Pfad diesen Modus nicht verwenden. In einer Diskussion vom 3. Februar 2026 verwies Zhang Yi auf das mögliche Risiko, dass bei einem Stromausfall jüngste Daten am Dateiende verloren gehen könnten.