Phoronix meldete am 29. Oktober 2026, dass die RISC-V-Änderungen für Linux 7.4 in Git aufgenommen wurden. Die zentrale Änderung prüft zur Laufzeit, ob ein Prozessor schnelle Zugriffe auf nicht ausgerichtete Daten unterstützt. Ist das auf einem kompatiblen Kern der Fall, kann der Kernel bei User-Copy auf die Software-Ausrichtung verzichten.

Was die Laufzeitprüfung verändert

User-Copy bezeichnet Kopiervorgänge zwischen dem Nutzerbereich und dem Kernel. Die Patchbeschreibung von Andy Chiu nennt has_fast_unaligned_accesses als Laufzeitbedingung für den optimierten Pfad. Die Prüfung knüpft die Optimierung damit an die Fähigkeit des jeweiligen Kerns.

Warum generische Kernel davon profitieren

Bei der Linux-7.3-Lösung musste die schnelle Verarbeitung nicht ausgerichteter Daten zur Compile-Zeit berücksichtigt werden. Das erschwerte den Einsatz in generischen Kernel-Builds, die unterschiedliche RISC-V-Hardware abdecken sollen. Die Linux-7.4-Änderung verlagert die Entscheidung auf die Laufzeit: Distributionskernel, die ohne NONPORTABLE-Konfiguration gebaut wurden, können den optimierten Pfad auf kompatiblen Kernen nutzen.

KernelversionPrüfung der ProzessorfähigkeitBedeutung für generische Kernel
Linux 7.3Die Optimierung musste zur Compile-Zeit aktiviert werden.Weniger geeignet für Builds, die gemischte RISC-V-Hardware abdecken.
Linux 7.4Der Kernel erkennt schnelle Zugriffe auf nicht ausgerichtete Daten zur Laufzeit.Auch Distributionskernel ohne NONPORTABLE können den Pfad auf kompatiblen Kernen nutzen.

Patchverlauf und Selbsttest

Andy Chiu von Tenstorrent verfasste die zweiteilige Patchserie und schickte sie am 11. September 2026 an die Linux-Mailingliste. Am 6. Oktober schrieb Paul Walmsley, die Serie sei für v7.4 vorgemerkt. Eine Patchwork-Mitteilung vom selben Tag verzeichnete ihre Aufnahme in riscv/linux.git für-next durch Walmsley. Die RISC-V-Zusammenfassung für v7.4 führt außerdem einen Selbsttest für vektorisiertes User-Copy auf.

Was der frühere Leistungswert aussagt

Phoronix schrieb früheren Tests von Tenstorrent mit der vorherigen Optimierung bis zu 11 Prozent mehr Bandbreite zu. Der Wert beschreibt diese früheren Tests, nicht eine Messung der Laufzeitänderung in Linux 7.4.