Phoronix berichtete am 19. Oktober 2026, Meta-Ingenieur Kiryl Shutsemau habe einen früheren RFC von Linus Torvalds zum Linux-Page-Cache überarbeitet. Der Vorschlag zielt auf kleine Lesezugriffe, bei denen mehrere CPUs um den Referenzzähler desselben Speicherobjekts konkurrieren. Die neue Fassung soll diesen Zugriff ohne Folio-Referenz ermöglichen.
Wie der RFC die Zugriffe ändern soll
Der Page-Cache hält Dateiinhalte im Arbeitsspeicher bereit. Ein Folio ist dabei ein Speicherobjekt, auf das der Kernel Referenzen zählt. Lesen mehrere CPUs kleine Datenmengen aus derselben Datei, müssen sie laut der von Phoronix wiedergegebenen Begründung wiederholt den Referenzzähler desselben Folios erhöhen und verringern. Dieser Zähler kann dadurch zwischen den CPUs hin- und herwandern.
Der Entwurf sieht vor, dass filemap_read() und shmem aus dem Page-Cache kopieren können, ohne eine Folio-Referenz zu nehmen. Ein Folio, aus dem ein solcher Leser kopieren kann, soll erst freigegeben werden, nachdem eine RCU grace period verstrichen ist. RCU steht für Read-Copy-Update, ein Verfahren zur Verwaltung nebenläufiger Zugriffe. Den früheren Entwicklungsstand haben wir in unserem Bericht über Linus Torvalds’ experimentellen Linux-Patch eingeordnet.
Was der Benchmark misst
Die Beschriftung der Benchmark-Grafik nennt einen 16 Byte großen pread()-Aufruf bei Offset 0. Jeder Thread verwendet dafür einen eigenen Dateideskriptor. Gemessen werden Millionen Lesevorgänge pro Sekunde, dargestellt auf einer logarithmischen Skala.
Damit beschreibt die Grafik einen eng umrissenen Lesezugriff und keinen allgemeinen Leistungswert für Linux. Phoronix bezeichnete die Ergebnisse als vielversprechend.
Testbedingungen und RFC-Status
Phoronix zufolge umfassten die Tests EXT4, TMPFS, XFS und ein Raw-Blockgerät. Sie liefen mit 64 Threads auf einem AMD Ryzen Threadripper, jeweils mit und ohne die standardmäßigen CPU-Sicherheitsmitigierungen.
Am 19. Oktober 2026 beschrieb Phoronix die Patchserie als RFC mit offenen Designfragen.