Malwarebytes veröffentlichte am 21. Oktober 2026 einen Bericht über ein gefälschtes Amazon-Music-Angebot für YouTube-Creator. Die personalisierte Werbeeinladung führte laut dem Bericht zu einem Google-Login-Köder; die untersuchte Version des Codes übermittelte eingegebene Zugangsdaten an einen Server und unterstützte Abfragen zur Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA). Das Datum bezeichnet die Veröffentlichung des Berichts.
Das Fake-Angebot nutzte öffentliche Kanaldaten
Das Portal bat um den Link zu einem YouTube-Kanal und zeigte anschließend öffentliche Angaben wie Abonnenten- und Aufrufzahlen, Videos, Playlists, Themen und Vorschaubilder. So konnte der angebliche Amazon-Music-Deal auf den jeweiligen Kanal zugeschnitten wirken. Malwarebytes zufolge rief die analysierte Seite diese Angaben über YouTubes öffentliche API direkt im Browser ab.
Im untersuchten Code fand Malwarebytes außerdem 20 Google-API-Schlüssel. Die Seite sollte zwischen ihnen wechseln, wenn ein Schlüssel abgewiesen wurde oder sein Nutzungslimit erreicht hatte. Die angezeigten Kanalstatistiken stammten damit aus öffentlich zugänglichen Informationen.
Der Google-Login lief über eine zweite Domain
Malwarebytes identifizierte die Domains amazonyt[.]com und youtubechannelverification[.]com. Der vermeintliche „Weiter mit Google“-Button öffnete dem Bericht zufolge ein Vollbildfenster von der zweiten Domain, während die Adresszeile weiterhin die erste zeigte. Dadurch konnte der Anmeldebildschirm wie ein Schritt innerhalb des Angebots wirken.
In der analysierten Codeversion wurden eingegebene E-Mail-Adressen und Passwörter an einen eigenen Server gesendet. Der Code unterstützte zudem MFA-Abfragen. Malwarebytes beschreibt damit das Verhalten der untersuchten Version; der Bericht liefert keine bestätigten Angaben zu einzelnen betroffenen Konten.
Nach der Anmeldung konnte das Portal laut Malwarebytes eine personalisierte Offerte und eine Anfragebestätigung anzeigen. Eine solche Erfolgsmeldung konnte den Ablauf überzeugender erscheinen lassen.
Die echte Amazon-Funktion auf YouTube dient dem Produkt-Tagging
Die echte Amazon-Funktion in YouTube Shopping betrifft das Markieren von Amazon-Produkten in Videos, Shorts und Livestreams. Die Ankündigung von YouTube Creators nennt dafür berechtigte Creator in den USA, die bei YouTube Shopping angemeldet sind und ein aktives Konto beim Amazon Influencer Program oder Amazon Associates Program haben. YouTube Creators veröffentlichte die Ankündigung am 27. August 2026.
Malwarebytes zufolge wird das echte Konto über ein bestehendes Amazon-Konto verknüpft; YouTube Studio bestätigt anschließend, dass das Produkt-Tagging aktiviert ist. Das ist ein anderer Ablauf als die Einladung zu einer angeblichen Amazon-Music-Werbekampagne, die zunächst einen Kanallink und danach Google-Zugangsdaten verlangt.
| Merkmal | Echte YouTube-Shopping-Funktion | Gemeldetes Fake-Angebot |
| Zweck | Amazon-Produkte in YouTube-Inhalten markieren | Angebliche Werbekooperationen mit Amazon Music und Creator-Auszahlungen |
| Teilnahme | Berechtigte Creator in den USA benötigen eine Anmeldung bei YouTube Shopping und ein aktives Konto beim Amazon Influencer Program oder Amazon Associates Program | Das Portal wirbt mit einer Einladung und fragt nach einem YouTube-Kanallink |
| Anmeldeweg | Verknüpfung über ein bestehendes Amazon-Konto; Bestätigung in YouTube Studio | Ein Google-Login-Fenster wird von einer zweiten Domain geladen |
| Formate | Videos, Shorts und Livestreams | Vier Werbepakete: Shorts, Integration in ein geplantes Video, eigenes Video und vollständige Kampagne |
Was nach der Eingabe von Zugangsdaten zu tun ist
Wer auf der verdächtigen Seite ein Passwort eingegeben oder eine MFA-Anfrage bestätigt hat, sollte das Google-Passwort ändern und die Kontosicherheit prüfen. Malwarebytes empfiehlt:
- Angemeldete Geräte und Sitzungen kontrollieren.
- Unbekannte Zugriffe von Drittanbieter-Apps entfernen.
- Wiederherstellungsdaten des Google-Kontos überprüfen.
- Berechtigungen des Kanals in YouTube Studio prüfen.
Ein eingegebener MFA-Code oder eine bestätigte Anmeldeanfrage sollte als mögliche Kompromittierung des Kontos behandelt werden. Ist der Zugriff auf den Kanal verloren gegangen, hilft YouTubes Anleitung zur Wiederherstellung eines gehackten Kanals.