MediaTek veröffentlichte am 2. November 2026 sein Sicherheitsbulletin für November. Es listet 56 Schwachstellen auf: sechs kritisch, 16 hoch und 34 mittel. Alle sechs kritischen Einträge betreffen Modems; die drei hier näher beschriebenen CVEs sind ein Teil dieser Gruppe. Im Bulletin führt MediaTek die betroffenen Chipsätze für jede CVE einzeln auf.

Drei kritische Modem-Schwachstellen im Detail

CVEKomponenteEinstufungBeschriebene Schwachstelle
CVE-2026-20499ModemKritischMöglicher Schreibzugriff außerhalb eines vorgesehenen Speicherbereichs, weil eine Bereichsprüfung fehlt.
CVE-2026-20545ModemKritischMöglicher Schreibzugriff außerhalb eines vorgesehenen Speicherbereichs, weil eine Bereichsprüfung fehlt.
CVE-2026-20546ModemKritischMöglicher Schreibzugriff außerhalb eines vorgesehenen Speicherbereichs wegen einer fehlerhaften Bereichsprüfung.

MediaTek stuft alle drei Fälle als CWE-787 ein. Diese Schwachstellenklasse bezeichnet einen Schreibzugriff außerhalb eines vorgesehenen Speicherbereichs. Bei den ersten beiden CVEs nennt MediaTek eine fehlende Prüfung; bei CVE-2026-20546 eine fehlerhaft umgesetzte.

Sechs kritische Fälle in einem Bericht mit 56 CVEs

Neben den drei aufgeführten Einträgen nennt MediaTek auch CVE-2026-20547, CVE-2026-20548 und CVE-2026-20549 als kritisch. Die Schweregrade des gesamten Bulletins bewertet das Unternehmen nach CVSS 3.1, dem Common Vulnerability Scoring System.

Die Chipsatz-Kennungen ordnet MediaTek den einzelnen CVEs zu. So erscheint MT6815 bei CVE-2026-20545 und CVE-2026-20546, nicht jedoch bei CVE-2026-20499. MediaTek weist zudem darauf hin, dass die Liste betroffener Chipsätze unvollständig sein kann. Zum Vormonat: MediaTeks Oktober-Bulletin führte 31 Schwachstellen auf; NeoTeo berichtete damals darüber.

Mögliches Angriffsszenario über eine Mobilfunkbasisstation

In einer am 3. November veröffentlichten Zusammenfassung beschrieb CERT Paraguay ein mögliches Szenario für die drei hervorgehobenen CVEs: Ein Angreifer, der eine manipulierte Mobilfunkbasisstation kontrolliert, könnte ein verwundbares Gerät ausnutzen, wenn es sich mit dieser Basisstation verbindet. CERT Paraguay beschrieb den möglichen Angriff als Szenario.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 2. November erklärte MediaTek, dem Unternehmen sei keine aktive Ausnutzung der aufgeführten Schwachstellen in freier Wildbahn bekannt.

MediaTek stellte OEMs Patches vorab bereit

MediaTek zufolge waren Gerätehersteller (OEMs) mindestens zwei Monate vor Veröffentlichung über alle Probleme informiert und hatten die zugehörigen Sicherheitspatches erhalten. Das Unternehmen empfiehlt, Sicherheitsupdates des Geräteherstellers zu installieren, sobald sie die Korrekturen enthalten.