Die Suche nach dem perfekten Player geht weiter. Viele Dienste haben ihre Web-Versionen ausgebaut, um die meisten Funktionen in den Browser zu verlagern, was wiederum die Entwicklung von Anwendungen fördert, die mehrere Plattformen vereinen. MellowPlayer ist eine davon. Neben der Unterstützung der drei wichtigsten Betriebssysteme bietet es eine angenehme und benutzerfreundliche Oberfläche, leidet aber unter einigen technischen Einschränkungen, die in Zukunft auf die eine oder andere Weise behoben werden müssen.
Spotify, YouTube, Tidal, Soundcloud, Google Play Music, Deezer … ehrlich gesagt, Audio-Streaming hat reichlich Konkurrenz. Manche Dienste schließen sich mit bestimmten Künstlern zusammen und machen sie zu Exklusivkünstlern, aber dieser Vorteil ist meist nur vorübergehend. Persönlich kenne ich nicht viele Nutzer, die mehrere Dienste gleichzeitig nutzen; in der Regel teilen sie ihren Musikkonsum zwischen Spotify und YouTube auf. Nun eine Frage: Gibt es eine Möglichkeit, all diese Plattformen unter einem einzigen Programm zu vereinen? Technisch gesehen kann das jeder Browser, aber seine Oberfläche ist für andere Aufgaben optimiert. Das bringt uns zu MellowPlayer.
MellowPlayer wird als eine Anwendung präsentiert, die „die Musik aus der Cloud integriert“ – also im Wesentlichen eine Art Wrapper. MellowPlayer bietet eine Oberfläche, die seine kompatiblen Dienste in einem Format anzeigt, das dem Speed-Dial ähnelt. Nach einem Klick bringt uns das Programm zur Web-Version des jeweiligen Dienstes. An dieser Stelle könnte man fragen: „Was ist der Unterschied zu einem normalen Browser?“ Nun, der wichtigste ist wohl die Existenz einer Wiedergabesteuerung oben rechts und eine umfangreiche Auswahl an Tastenkürzeln. Das Designthema passt sich dem aktiven Dienst an, und im Einstellungsbereich gibt es viele weitere Optionen, um das Aussehen zu ändern.
Also, was fehlt? MellowPlayer ist mit Windows, Linux und OS X kompatibel. Einige Dienste benötigen Flash (Tidal ist einer), daher fügt das Installationsprogramm eine Kopie zum Betriebssystem hinzu. Das Problem ist, dass andere Dienste proprietäre Codecs erfordern, und die Version von QtWebEngine in MellowPlayer enthält diese nicht. Mit anderen Worten: Der Nutzer ist gezwungen, mit diesen Codecs neu zu kompilieren. Die Mitwirkenden erkunden verschiedene Wege, diese Einschränkung zu beseitigen. Bis dahin erfordert MellowPlayer etwas Geduld...