Meta teilte Ars Technica am 20. Oktober 2026 mit, die Freigabefunktion von Muse pausiert zu haben, während das Unternehmen Clarocs Bericht prüfe und Änderungen an der Auffindbarkeit der Links erwäge. Claroc hatte berichtet, dass sich von Nutzern geteilte Muse-Gespräche über ihre Hostnamen in passiven DNS-Daten finden ließen.
NeoTeo hatte zuvor über Muse-Kontaktprofile berichtet. Der neue Fall betrifft eigens freigegebene Gesprächsseiten.
Wie passive DNS die Freigaben auffindbar machte
Claroc zufolge enthielten die Hostnamen der Freigabeseiten den Titel des Gesprächs und eine zufällige Kennung unter der Content-Domain cf.metaaiusercontent.com. Wenn jemand eine Freigabe öffnete, konnte eine DNS-Abfrage den vollständigen Hostnamen in passiven DNS-Daten hinterlassen. Solche Datenbanken sammeln beobachtete Hostnamen und machen frühere DNS-Einträge durchsuchbar. Die zufällige Kennung verbarg den Gesprächst titel nicht, weil Titel und Kennung im selben Hostnamen standen.
Claroc beschrieb den Ablauf in drei Schritten: Muse erstellt eine Seite für ein geteiltes Gespräch, beim Öffnen kann der Hostname in DNS-Daten erfasst werden, und eine Suche in passivem DNS kann den Eintrag finden. Das erklärt, wie eine Freigabe auffindbar werden konnte, ohne dass jemand den Link erraten musste.
Was Claroc in den Freigaben fand
Claroc führte Inhaltsprüfungen am 7. und 8. Oktober 2026 durch und meldete die Ergebnisse am 8. Oktober über Metas Bug-Bounty-Programm. Nach Filterung von Störtreffern durch Wildcard-DNS fand die Sicherheitsfirma mehr als 6.800 Hostnamen in einem kommerziellen passiven DNS-Dienst. Die Suche nutzte ein Hostnamenmuster; Claroc öffnete anschließend einige Hundert Seiten. In einer Minderheit fand die Firma sensible Inhalte, darunter Material zur Vorbereitung einer Führungskräfte-Suche, interne Geschäftsinformationen, einen Kreditantrag, eine Betrugswarnung einer Bank, Immobiliendaten und einen Urlaubsplan für Beschäftigte.
Die Zahl beschreibt Hostnamen aus dieser Suche, nicht die Gesamtzahl betroffener Personen oder aller Muse-Freigaben. Claroc erklärte außerdem, keine Hinweise auf einen Missbrauch der Seiten gefunden zu haben.
Was die Nachprüfung am 20. Oktober ergab
Am 20. Oktober prüfte Claroc 40 Freigaben erneut, die zuvor geöffnet werden konnten. Keine ließ sich bei dieser Nachprüfung öffnen. Die Hostnamen und Gesprächst titel blieben nach Angaben der Sicherheitsfirma in der passiven DNS-Historie gespeichert.
TIME berichtet: Meta Muse erstellt Profile auch über Nichtnutzer