Mehrere Entwickler haben sich für Windows Defender ausgesprochen und sein allgemeines Verhalten sowie seine Politik der Nicht-Interferenz gegenüber den Sicherheitsmaßnahmen anderer Programme hervorgehoben. Dennoch ist das Programm nicht unverwundbar gegenüber Bugs, und das Project Zero von Google hat gerade einen der größten gefunden. Mit nur einer E-Mail oder einer Textnachricht kann die Windows-Defender-Engine dazu verleitet werden, entfernten Code auszuführen – eine äußerst ernste Situation, da die Software über hohe Privilegien im Betriebssystem verfügt.
Ein verwundbarer Antivirus ist etwas sehr Ernstes. Was kann der durchschnittliche Benutzer tun, wenn seine Hauptverteidigungslinie mehr Löcher hat als Schweizer Käse? Nicht wenige schlagen vor, Antivirus-Programme vollständig aufzugeben, aber die neuesten Windows-Versionen bringen ein integriertes mit. Windows Defender hat in letzter Zeit sehr gute Kritiken von Entwicklern erhalten, insbesondere von denen, die sich mit Webbrowsern beschäftigen. Die neuesten Generationen von Malware haben traditionelle Antivirus-Programme gezwungen, Änderungen zu implementieren, die nicht immer positiv für die Leistung und Sicherheit unserer Geräte sind, aber Windows Defender wird als eines der ausgewogensten anerkannt. Leider verhindert das nicht Fehler im Code, und laut Project Zero ist der jüngste Fehler gigantisch.
Die Sicherheitslücke im Detail
Wenn wir den von Natalie Silvanovich und Tavis Ormandy veröffentlichten Daten folgen, ermöglicht der als CVE-2017-0290 identifizierte Exploit einem Angreifer, die Kontrolle über den Computer zu übernehmen, ohne dass der lokale Benutzer eingreifen muss. Der einzige erforderliche Schritt ist das Senden einer vorbereiteten E-Mail, Textnachricht oder eines Weblinks, um die automatisch scannende Erkennungs-Engine von Windows Defender zu täuschen. Dies aktiviert die Ausführung von entferntem Code und bietet die Möglichkeit, Angriffe zu verketten, die sich von einem verwundbaren Computer zum nächsten bewegen.
Update und Schutz
Zum Glück sind frühere Differenzen zwischen Project Zero und dem Microsoft-Entwicklungsteam Vergangenheit. Die Antwort aus Redmond kam sofort, und sobald sie die Schwere des Exploits bestätigt hatten, begannen sie zu arbeiten. Höchstwahrscheinlich haben Sie den Hotfix bereits erhalten: Sie müssen lediglich zu den Windows-Defender-Optionen gehen und prüfen, ob die Mindestversion der Engine 1.1.13704.0 ist. Die betroffenen Windows-Versionen sind 7, 8.x, RT, 10 und Server 2016. Wenn Windows Defender Ihr aktuelles Antivirus-Programm ist, sollten Sie dies nicht aufschieben.