In einer weiteren Episode von „Wir hassen unsere Kunden, aber wir wollen es nicht offen zugeben“ hat Microsoft Ende Oktober eine wichtige Ankündigung für Windows 10-Nutzer gemacht. Zum einen bestätigte das Unternehmen, dass es Endverbrauchern Zugang zum ESU-Programm (Extended Security Updates) gewähren wird, zum anderen kündigte es an, dass diese Möglichkeit auf das erste Jahr beschränkt sein wird.
Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Am 14. Oktober 2025 wird Windows 10 in den Retail-Editionen keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Die LTSC-Builds werden unterstützt bis 2032 (im besten Fall), aber es gibt eine weitere Option für Bildungseinrichtungen und Unternehmen, nämlich das ESU-Programm.
Im Wesentlichen erlaubt Extended Security Updates Unternehmen, für erweiterten Support zu zahlen: 61 US-Dollar pro PC im ersten Jahr, 122 im zweiten und 244 im dritten Jahr, mit einem kumulativen Schema (wenn ein Unternehmen im letzten Jahr ins ESU einsteigt, muss es für die beiden vorherigen Jahre zahlen). Für Schulen ist der Tarif sehr unterschiedlich: 1, 2 und 4 US-Dollar pro Lizenz. Aber was ist mit „normalen“ Windows-10-Nutzern?
Microsoft begrenzt das ESU-Programm für Endnutzer von Windows 10 auf ein Jahr
Yusuf Mehdi, Executive Vice President und CCMO (Consumer Chief Marketing Officer), kündigte in einer Reihe von Stichpunkten an, dass Microsoft erstmals Verbrauchern Zugang zum ESU-Programm gewähren wird. Wie immer bedeutet das nicht, dass Windows 10 bei neuen Funktionen mit Windows 11 gleichzieht, sondern dass die Updates auf „kritische“ und „wichtige“ Sicherheits-Hotfixes beschränkt sind. Oberflächlich betrachtet sind das gute Nachrichten … aber es gibt noch etwas: Das Windows-10-ESU für diese Verbraucher wird nur ein Jahr dauern.
Microsoft versucht, das mit einem reduzierten Preis von 30 US-Dollar und Windows Defender-Updates bis mindestens Oktober 2028 zu versüßen, aber wenn ein unabhängiger Nutzer weiter gehen möchte, kann er das einfach nicht. Der Einschreibungsprozess beginnt im nächsten Jahr, näher am endgültigen Support-Ende.
Persönlich stelle ich mir vor, dass sich manche Nutzer das nicht zweimal überlegen (30 US-Dollar zu investieren, um einen Gerätewechsel aufzuschieben, ist in bestimmten Umgebungen vernünftig) … aber das ist Redmond. Die Schläge werden weitergehen, bis sich die Moral bessert.
Quellen: Windows Experience Blog, Ars Technica