Als Microsoft das letzte Mal über die Möglichkeit sprach, seine umstrittene Funktion Recall zu deinstallieren, sagte das Unternehmen, es handele sich um einen einfachen Bug, der bald behoben werde. In Redmond scheint man von der Veröffentlichung besessen zu sein und hat die letzten Monate damit verbracht, das Sicherheitsprofil zu optimieren. Die wichtigsten Neuigkeiten sind jedoch: Recall wird eine vollständig Opt-in-Erfahrung, erfordert alle Windows-11-Sicherheitsparameterund wir können es vom System entfernen.

Microsoft erlaubt endlich die Deinstallation von Recall
Windows Recall

Die ursprüngliche Version von Windows Recall machte die Albträume vieler Sicherheitsexperten wahr: Die Datenbank war nicht verschlüsselt, und alles (also auch Schadsoftware) hätte auf ihren Inhalt zugreifen können. Angesichts der Welle negativer Reaktionen beschloss Redmond, neu zu starten und Details einzubauen, die für das Unternehmen wichtig sind – die aber von Anfang an hätten vorhanden sein müssen. David Weston, Vizepräsident für „Enterprise and OS Security“ bei Microsoft, sprach kürzlich mit The Verge und erklärte einige der Änderungen.

Windows Recall: Opt-in, Verschlüsselung und Deinstallation

Microsoft erlaubt endlich die Deinstallation von Recall
Das neue OOBE von Windows Recall

Das erste, was Weston hervorhebt (und Microsoft in seinem offiziellen Blog) ist, dass Recall eine Opt-in-Erfahrung sein wird. Die ursprüngliche Version von Recall war standardmäßig aktiviert, aber jetzt muss sie während der OOBE-Konfiguration manuell ausgewählt werden.

Eine weitere wesentliche Änderung ist die Verschlüsselung: Die Schlüssel werden an das TPM-Modul gebunden (das Windows 11 für die Installation überhaupt voraussetzt) und verlangen außerdem einen „Präsenznachweis“. Was bedeutet das genau? Der Benutzer muss sich über Windows Hello anmelden, also sein Gesicht oder einen Fingerabdruck konfigurieren, bevor der PIN-Support aktiviert werden kann (den Hello als Fallback-Modus betrachtet).

An dritter Stelle steht die Möglichkeit, Recall zu deinstallieren. Ja, der Bug wurde zum Feature, und Weston bestätigte, dass, wenn der Benutzer sich entscheidet, Recall von seinem System zu entfernen, die Aktion „die Bits löschen“ wird. Das gilt für alle KI-Modelle, die Recall verwendet.

Recall funktioniert in dem, was Microsoft „VBS-Enklave“ nennt, im Wesentlichen eine virtuelle Maschine, die alles isoliert. Der Benutzer kann auch bestimmte Apps und Webseiten filtern, Aufbewahrungszeiten festlegen und eine feste Menge Speicherplatz für die Snapshots zuweisen. Sensible Inhalte (Passwörter, Kartennummern, andere IDs) werden standardmäßig gefiltert, und ein Symbol im Infobereich informiert über den Status der Snapshots und dient als Verknüpfung zum Anhalten.

Schließlich prüft Recall alle Sicherheitsmaßnahmen in Windows 11 (zusammen mit dem bereits erwähnten TPM) und funktioniert nicht, wenn eine davon fehlt. Mit anderen Worten: Es ist auf „Copilot Plus“-Geräte beschränkt, und die Vorschau wird im Oktober für Insider fortgesetzt.

Quellen: The Verge, Microsoft