Microsoft hat am 18. September 2026 in der Windows 11 Insider Experimental Preview Build 26340.9502 zwei neue Cloud-Rebuild-Funktionen dokumentiert: „Remove & sanitize files“ fordert eine Bereinigung unterstützter Speicherhardware an, bevor Windows neu installiert wird. Außerdem können IT-Administratoren Cloud Rebuild über die Recovery CSP aus der Ferne konfigurieren und starten. Beide Funktionen befinden sich in der Vorschau.
Windows 11 Cloud Rebuild bekommt eine Bereinigungsoption
Cloud Rebuild ist eine vollständige Neuinstallation aus der Windows Recovery Environment (WinRE). Windows lädt das Systemabbild und die Gerätetreiber über Windows Update und ersetzt die vorhandene Installation. Lokale Dateien, Benutzerkonten, Apps und Einstellungen werden dabei entfernt.
Mit Build 26340.9502 unterscheidet Microsoft zwei Wege für den Umgang mit den lokalen Daten:
| Auswahl | Geeignet für | Vorgang | Datenrisiko |
| Remove files | Einen PC, der weiter genutzt wird | Lokale Dateien werden entfernt und das Systemlaufwerk wird für die Neuinstallation vorbereitet | Dateien können mit spezialisierten Wiederherstellungswerkzeugen unter Umständen rekonstruiert werden |
| Remove & sanitize files | Einen PC, der recycelt, zurückgegeben oder neu zugewiesen wird | Die unterstützte Speicherhardware wird vor der Neuinstallation zur Nutzung ihrer Löschfunktion aufgefordert | Die Bereinigung ist unumkehrbar und erschwert die Wiederherstellung deutlich |
Die neue Option ist damit nicht bloß eine andere Bezeichnung für das normale Löschen. Sie richtet sich an einen anderen Moment: Remove files passt zum eigenen Rechner, Remove & sanitize files zum Gerätewechsel oder zur Weitergabe.
Was die Bereinigung tatsächlich leistet
„Remove & sanitize files“ stößt die Löschfunktion der unterstützten Speicherhardware an. Die Operation ist unumkehrbar. Windows kann den erfolgreichen Abschluss auf dem Speichermedium jedoch nicht unabhängig verifizieren; das Ergebnis hängt deshalb von der Hardwareunterstützung und ihrer Implementierung ab.
Für die Praxis bedeutet das: Die Funktion ist für eine deutlich erschwerte Wiederherstellung ausgelegt, aber sie ist keine absolute Zusage, dass Daten unter allen Umständen unmöglich zurückgewonnen werden können. Wer einen PC weitergibt, muss außerdem zwischen lokalen und in der Cloud gespeicherten Daten unterscheiden. Inhalte in Diensten wie OneDrive werden durch die lokale Neuinstallation nicht verändert, während Dateien auf dem Rechner, Konten, Programme und Einstellungen verschwinden.
Recovery CSP startet Cloud Rebuild aus der Ferne
Die zweite Neuerung betrifft verwaltete Geräte. Microsoft beschreibt die Recovery CSP als Mechanismus, mit dem IT-Administratoren Cloud Rebuild remote konfigurieren und starten können. Dabei kann entweder der bereits installierte Build oder ein bestimmter Ziel-Build verwendet werden.
Für Unternehmen ist das vor allem bei der Rückgabe oder Neuzuweisung von PCs relevant: Der Lösch- und Neuinstallationsvorgang muss nicht zwingend am Gerät selbst ausgewählt werden. Auch diese Fernsteuerung gehört zum Insider-Experimentalstatus der Build 26340.9502.
Cloud Rebuild bleibt eine destruktive Neuinstallation
Cloud Rebuild ist kein Reparaturmodus, der die bestehende Windows-Umgebung bewahrt. Der Einstieg erfolgt in WinRE über Problembehandlung → Cloud rebuild. Für den Vorgang braucht der PC eine funktionierende Windows-Recovery-Umgebung, eine kompatible Netzwerkverbindung in WinRE, Internetzugang und Hardware, die die Anforderungen von Windows 11 erfüllt.
Das Systemabbild und die Treiber kommen über Windows Update. Anschließend wird die vorhandene lokale Installation entfernt und Windows neu eingerichtet. Cloud-Daten wie OneDrive-Inhalte bleiben dabei erhalten, lokale Daten und die bisherige Konfiguration hingegen nicht.
Die beiden neuen Funktionen sind derzeit an die Windows 11 Insider Experimental Preview gebunden. Insider-Funktionen können sich ändern, entfernt werden oder über das Vorschauprogramm hinaus nicht erscheinen.