Microsoft berichtete am 14. Oktober 2026, ein US-Bundesgericht habe in einer Zivilsache eine vorläufige Anordnung erlassen. Auf ihrer Grundlage hätten Microsoft und Health-ISAC Domains beschlagnahmt und umgeleitet, die YAM Store, CoGUI und Iron Man unterstützten. In derselben Mitteilung gab Microsoft an, mehr als 20.000 mit YAM Store verbundene Konten deaktiviert zu haben und mehr als 100.000 für Betrug und Identitätsvortäuschung genutzte Domains zu blockieren.

Drei Angebote mit unterschiedlichen Aufgaben

YAM Store war laut Microsoft ein Marktplatz für kompromittierte oder betrügerisch beschaffte Microsoft- und Google-Umgebungen, Konten und zugehörige Infrastruktur. CoGUI und Iron Man waren dagegen Phishing-Kits: Werkzeuge mit fertigen Webseiten, Nachrichten und Vorlagen für betrügerische Kampagnen. CoGUI lieferte vorgefertigte Webseiten und Nachrichten; Iron Man bot laut Microsoft mehr als 2.335 Vorlagen, die auf mehr als 139 Länder zugeschnitten waren. (Microsofts technische Analyse)

Was die Reichweitenzahlen umfassen

Für den Zeitraum seit Januar 2026 meldete Microsoft mehr als eine Milliarde schädliche Nachrichten, die durch die drei Angebote ermöglicht worden seien. Mehr als 750 Millionen davon hätten sich an Microsoft-Kunden gerichtet; diese Zahl ist Teil der Gesamtsumme. Microsoft zufolge wurden außerdem weltweit mehr als 75.000 Organisationen ins Visier genommen.

Das Verfahren ist eine Zivilsache

Die Klage vor dem US-Bundesbezirksgericht für den südlichen Bezirk von Florida nennt Microsoft Corporation und Health-ISAC, Inc. als Kläger sowie Yang Jian d/b/a Yam Store, Inc. und Does 1–10 als Beklagte. Microsoft wirft den Beklagten rechtswidriges Verhalten vor. Die von Microsoft gemeldete gerichtliche Maßnahme ist eine vorläufige Anordnung in einem Zivilverfahren. (Microsofts Mitteilung zum Verfahren)

Hinweise aus Japan halfen bei der Untersuchung

Microsoft zufolge machte die Nationale Polizeibehörde Japans das Unternehmen Ende 2025 auf Kampagnen gegen Menschen in Japan aufmerksam. Das Japan Cybercrime Control Center (JC3) teilte Informationen aus seinem Netzwerk mit mehr als 130 Organisationen. Microsoft zufolge halfen die Erkenntnisse des JC3, Vorfälle miteinander zu verknüpfen und Auswirkungen auf japanische Organisationen und Kunden einzuordnen.