Nach der Ankündigung der Bash-Shell und dem offiziellen Beitritt zur Linux Foundation weiß Microsoft, dass es schwierig sein wird, die Beziehung zur Open-Source-Plattform zu verbessern, wenn es nicht gelingt, die Aufmerksamkeit der Entwickler zu gewinnen. Aus diesem Grund schlägt ein neues Video auf dem bekannten Channel 9 vor, dass sie es mit Bash in einem Insider-Build versuchen und Fehler melden – aber es kündigt auch an, dass weitere Funktionen hinzukommen werden, bis hin zur Möglichkeit, Linux-Distributionen durch Windows 10 zu ersetzen.
Warum Microsoft jetzt auf Open Source setzt
Man muss kein Hellseher sein, um zu verstehen, dass der Hauptgrund für diese Wende hin zu Open-Source-Technologien bei Microsoft die Cloud ist. Azure ist ein Monster, aber es muss seine Interoperabilität mit anderen Tools gewährleisten, einschließlich aller Ressourcen, die Entwickler täglich nutzen. Das Erscheinen von Bash und der Beitritt von Microsoft zur Linux Foundation sind die beiden bekanntesten Beispiele – doch worauf es hier wirklich ankommt, ist, das Vertrauen der Entwickler zu gewinnen, die sich übrigens in Linux sehr wohlfühlen. Der jüngste Versuch, die Bemühungen des Unternehmens in diesem Bereich zu kommunizieren, kommt über Rich Turner, Senior Program Manager, der im Februar zu Microsoft stieß.
Eine Einladung an Linux-Entwickler
Grundsätzlich ist Turners Botschaft eine Einladung an Linux-Entwickler, in Bash WSL das zu tun, was sie heute in einer traditionellen Distribution tun können. Vom Ausführen von Code und speziellen Tools über das Hosten einer Website mit Apache bis hin zum Zugriff auf eine MySQL-Datenbank mit Java-Code. Es spielt auch keine Rolle, welche Sprache gewählt wird (Go, Erlang und C wurden genannt): Die Idee ist, Bash WSL in einem Insider-Build eine Chance zu geben und jeden dabei gefundenen Bug zu melden. Im Video (dessen Link am Ende des Artikels steht) gibt Turner außerdem zu, dass sie „noch nicht fertig sind“ und dass sie „einen langen Weg vor sich haben“, bevor sie Bash WSL als mit den beliebtesten Tools kompatibel erklären können. In der Pipeline sind eine bessere Unterstützung für Linux-Syscalls und das Update auf Ubuntu 16.04 auf WSL.
Feedback erwünscht
Mit anderen Worten: Microsoft bittet um Feedback. Das ist keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass Redmond das Testen seiner Produkte praktisch „ehrenamtlich ausgelagert“ hat – eine Strategie, die Folgen hatte, angefangen mit einem deutlichen Rückgang der Qualitätskontrollen. Hast du Bash unter Windows 10 ausprobiert? Die Kommentare sind offen.
Zum Video: das Video