Die Version 1 des Netzwerkprotokolls SMB ist seit mehr als 25 Jahren im Einsatz. Trotz seiner Nützlichkeit ist SMBv1 heute ein echtes Sicherheitsproblem – man muss sich nur ansehen, was WannaCry angerichtet hat. Microsoft weiß, dass ein zu starker Eingriff in dieses Protokoll heikel ist, aber mehrere Quellen deuten darauf hin, dass das Unternehmen plant, SMBv1 in der nächsten großen Windows-10-Aktualisierung zu deaktivieren oder zu entfernen, um jegliche Möglichkeit eines neuen Angriffs über diesen Kanal im Keim zu ersticken.
Windows 7 war das am stärksten betroffene Betriebssystem der WannaCry-Ransomware-Kampagne, aber seine Schwäche war nicht auf einen kritischen internen Fehler zurückzuführen, sondern auf eine Schwachstelle in einem Netzwerkprotokoll, das Microsoft seit den letzten fünf Jahren zu entfernen versucht. Die Version 2 von SMB debütierte mit Windows Vista im Jahr 2006, die Unterstützung für Version 1 blieb jedoch aus Gründen der Abwärtskompatibilität bestehen. Das wäre kein Problem, gäbe es nicht gewisse Regierungsbehörden, die darauf beharren, Bugs und Exploits wie konventionelle Waffen zu horten und sie nicht einmal sicher unter Verschluss halten können. Wir alle wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der nächste WannaCry das Netz auf den Kopf stellt. Daher plant man in Redmond, den Knoten zu durchschlagen und SMBv1 endgültig zu entfernen.
Microsofts Pläne für SMBv1
Die große Frage ist, wie man dies umsetzt und gleichzeitig negative Auswirkungen minimiert. Microsoft hat SMBv1 bereits in internen Builds von Windows 10 Enterprise und Windows Server 2016 deaktiviert, aber laut Ned Pyle, leitender Administrator der HAS-Gruppe (High Availability and Storage) von Windows Server, wird die Änderung einige Zeit in Anspruch nehmen, sogar im Insider-Kanal. Er merkte an, dass der Prozess „sich mehrfach weiterentwickeln muss“ und dass „alles Änderungen unterworfen ist“. Das Interessanteste ist, dass die Entscheidung nicht als Patch oder Update gilt, sondern bei sauberen Installationen von Windows 10 Fall Creators Update (Redstone 3) umgesetzt wird. Bestehende Windows-10-Installationen müssen es manuell deaktivieren.
SMBv1 manuell deaktivieren
Wie macht man das? Glücklicherweise ist es ganz einfach: Wir gehen zur klassischen Systemsteuerung, dann zu „Programme und Funktionen“, klicken auf „Windows-Funktionen aktivieren oder deaktivieren“, entfernen das Häkchen bei „Unterstützung für die Dateifreigabe über das SMB 1.0/CIFS-Protokoll“, übernehmen die Änderung und starten den Computer neu. Microsoft bietet weitere Methoden in diesem Dokument an, aber die hier genannte ist wahrscheinlich die benutzerfreundlichste für den Endanwender.