Bitdefender berichtet von Midnight Mimosa, einer Schadsoftware, die bereits vor dem ersten Einschalten in der Firmware einiger günstiger Android-Geräte mit MediaTek-Plattform installiert war. Weil die Komponente im Systembereich des Geräts sitzt, entfernt eine gewöhnliche App-Deinstallation sie nicht. Bitdefender nennt eine Bereinigung der Firmware oder die Deaktivierung über ADB als mögliche Wege. Für die meisten Betroffenen sind beide kaum praktikabel.
Was Bitdefender auf den Geräten fand
Firmware ist fest im Gerät hinterlegte Systemsoftware. Bei den betroffenen Geräten war die Schadsoftware laut Bitdefender bereits vor dem ersten Start vorhanden. Die Beschreibung bezieht sich auf einige günstige Android-Geräte verschiedener Marken mit MediaTek-Plattform, nicht auf Android-Handys allgemein.
Bitdefender beobachtete die Kampagne nach eigenen Angaben über einen Zeitraum von rund zwei Jahren auf Tausenden Geräten in mehr als 150 Ländern. Das sind erfasste Geräte der Kampagne, keine Aussage über die Verbreitung unter allen Android-Handys oder in Deutschland.
Was Midnight Mimosa laut Analyse tun kann
Die von Bitdefender untersuchte Systemkomponente kann Apps unbemerkt installieren und entfernen, Berechtigungen erteilen und aus der Ferne bereitgestellten Code laden. Die Forschenden berichten außerdem von versteckten Werbeeinblendungen und Klickbetrug. Geräte dienten ihnen zufolge auch als Relais für Residential-Proxys, über die Internetverkehr über private Geräteverbindungen geleitet werden kann.
Diese Fähigkeiten und beobachteten Aktivitäten beschreiben die Kampagne. Sie bedeuten nicht, dass jedes betroffene Gerät für jeden dieser Zwecke eingesetzt wurde.
Warum eine normale Deinstallation nicht genügt
Eine gewöhnliche Deinstallation entfernt eine vom Nutzer installierte App. Midnight Mimosas persistente Komponente liegt laut Bitdefender dagegen im Systembereich des Geräts. Die Forschenden nennen eine Bereinigung der Firmware oder das Deaktivieren der Komponente über ADB, die Android Debug Bridge, als mögliche Maßnahmen. Beide erfordern technische Eingriffe in die Systemsoftware und sind laut Bitdefender für die meisten Besitzer betroffener Geräte nicht realistisch.