Über das enorme Potenzial der virtuellen Realität haben wir schon endlos gesprochen, aber früher oder später musste jemand einen Weg finden, das zu tun, was im südkoreanischen Fernsehen passiert ist. Eine Sendung namens „I Met You“ widmete sich der Geschichte einer Familie, die ihre siebenjährige Tochter verloren hat, und ihre Macher trafen eine mehr als umstrittene Entscheidung: das verstorbene Mädchen nachzubilden, damit ihre Mutter sich mit ihr wiedervereinigen kann – mithilfe eines VR-Headsets und berührungsempfindlicher Handschuhe…

Mutter trifft ihre verstorbene Tochter dank Virtual Reality wieder
Virtuelle Realität

Ohne Zweifel ist eine der besten Episoden der Serie Black Mirror (und damit eine der unangenehmsten) „Be Right Back“, in der eine Frau ihren verstorbenen Freund mithilfe von künstlicher Intelligenz und Robotik wiederkehrt. Die Idee, jemanden Verlorenen verzweifelt zurückzuholen, ist auch anderen Universen nicht fremd: Viele Fans der Harry-Potter-Reihe verwiesen auf den Spiegel von Erised, in dem Harry seine Eltern sah. Diesmal aber begegnen wir etwas Ähnlichem … im echten Leben.

Die Sendung „I Met You“

Eine südkoreanische Fernsehsendung namens „I Met You“ hat eine ihrer jüngsten Episoden einer Familie gewidmet, die ihre siebenjährige Tochter verloren hat. Die kleine Nayeon starb 2016 an einer unheilbaren Krankheit, und ihre Mutter Jang Ji-sung erhielt einen Vorschlag, den viele als verstörend bezeichneten: sich mit ihrer Tochter wiederzutreffen – mit Hilfe der virtuellen Realität.

Acht Monate für ein virtuelles Wiedersehen

Den verfügbaren Informationen zufolge brauchte das Produktionsteam von „I Met You“ acht Monate, um die virtuelle Version von Nayeon zu erschaffen, sowie den Park, den Mutter und Tochter in der Vergangenheit besucht hatten. Eine kleine Kinderschauspielerin lieh für das Motion Capture ihren Körper, sodass Nayeons Bewegungen recht überzeugend wirken.

Leider enthält das Video keine Untertitel, aber Übersetzungen ließen nicht lange auf sich warten. Der Austausch zwischen Mutter und Tochter ist wirklich ergreifend, und in einem Moment der Simulation feiern beide Nayeons Geburtstag – inklusive Torte. Der Rest der Familie beobachtet Jang Ji-sung, alle sichtlich fassungslos.

https://old.neoteo.com/carne-y-arena-cruza-fronteras-como-un-refugiado-en-realidad-virtual-video/

Eine Debatte entbrennt

Und wie zu erwarten, steht das Netz in Flammen. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die glauben, dass die Simulation helfen wird der ganzen Familie, den Verlust von Nayeon zu verarbeiten. Auf der anderen Seite gibt es jene, die den Prozess als psychologisch und emotional destruktiv ansehen. Dieser Konflikt wirft eine Frage auf: Sind wir wirklich bereit für so etwas? Kann ein Mensch nach so viel Schmerz etwas Positives daraus ziehen, wenn er virtuell mit einem verstorbenen Familienmitglied zusammentrifft? Die Kommentare sind offen.

Quelle: Futurism.