Zum deutschen Start kostet das Nothing Phone (4b) 329 Euro. Für diesen Preis bekommst du ein angenehm eigenständiges Android-Smartphone mit sehr guter Ausdauer, sauberer Software und einem brauchbaren 50-MP-Hauptsensor. Die entscheidende Einschränkung: Ist das Nothing Phone (4a) nur wenig teurer, bietet es das bessere Gesamtpaket für Leistung, Zoom und Ladegeschwindigkeit. Das (4b) ist also kein schlechtes Telefon – es ist ein Gerät, dessen Preis stimmen muss.
Urteil: Für wen lohnt sich das Phone (4b)?
Für Messaging, Browser, soziale Netzwerke, Streaming, Fotos bei Tageslicht und gelegentliche Spiele ist das Phone (4b) gut geeignet. CHIP, Xataka und Smartzone beschreiben es als alltagstauglich und ausreichend flüssig. Wer häufig anspruchsvolle 3D-Spiele spielt, viele Apps gleichzeitig nutzt oder möglichst viel Kamera fürs Geld erwartet, sollte dagegen zuerst den Phone (4a) prüfen.
In Deutschland wurde das Phone (4b) zum Preis von 329 Euro gelistet. Heise und CHIP berichten außerdem von der Verfügbarkeit ab dem 17. Juli 2026. Preise sind Momentaufnahmen: Vor dem Kauf lohnt ein Blick in den offiziellen Nothing-Shop und bei großen Händlern.
„Die Einschränkungen sind vorhanden, aber Balance und Software kaschieren sie mit großem Geschick.“ — Xataka-Tester, aus dem Spanischen übersetzt
Die Kurzfassung lautet damit: Kaufe das Phone (4b) für Akku, Software und Design. Nimm das Phone (4a), wenn der Aufpreis klein bleibt und dir Leistung oder Kameraflexibilität wichtiger sind.
Design und Glyph Bar: eigenständig, aber vereinfacht
Nothing bleibt sich beim Erscheinungsbild treu. Das Phone (4b) besitzt ein Polycarbonat-Gehäuse und eine Rückseite, eine Glasfront mit bereits aufgebrachter Schutzfolie und das auffällige Kameramodul. Mit 164,4 × 78,2 × 8,6 Millimetern und 210 Gramm ist es kein Leichtgewicht, liegt laut den vorliegenden Tests aber ordentlich in der Hand.
Die Glyph Bar auf der Rückseite besteht aus 45 Mini-LEDs. Sie kann Benachrichtigungen, Timer, Lautstärkeänderungen und Fortschrittsanzeigen signalisieren. Das ist besonders praktisch, wenn das Telefon mit dem Display nach unten liegt. Die Wirkung bleibt allerdings kleiner als bei den umfangreicheren Glyph-Systemen teurerer Nothing-Modelle.
Der Essential Key dient zum schnellen Erstellen von Notizen und Aufnahmen. Mehrere Tester kritisierten jedoch seine hohe Position und eine mögliche versehentliche Betätigung. Auch die ungleichmäßigen Displayränder und das eher einfache Vibrationsfeedback gehören zu den Kompromissen. Peter Kostadinov von PhoneArena bewertete die Haptik sogar sehr negativ – das ist seine subjektive Einschätzung, kein Messwert.
Display: flüssig, aber die Helligkeit braucht Kontext
Das 6,77 Zoll große Super-AMOLED-Display löst mit 2.344 × 1.080 Pixeln auf und arbeitet adaptiv mit bis zu 120 Hz. Die hohe Bildwiederholrate macht Scrollen und Animationen sichtbar flüssiger. Xataka lobte das Panel ausdrücklich und bezeichnete die 120 Hz als stabil im täglichen Betrieb.
Nothing nennt eine Spitzenhelligkeit von 2.000 Nits. Unabhängige Messungen lagen jedoch deutlich niedriger, bei ungefähr 1.119 bis 1.159 Nits. Das ist kein Widerspruch, den man einfach wegwischen sollte: Herstellerangaben und Messungen können sich auf unterschiedliche Testbedingungen beziehen. Für die Kaufentscheidung gilt deshalb: Das Display ist stark für diese Klasse, aber die 2.000 Nits sind kein unabhängiger Messwert.
Leistung und Gaming: alltagssicher, kein Rennwagen
Im Phone (4b) arbeitet der Qualcomm Snapdragon 6 Gen 4 mit 8 GB LPDDR4X-RAM. Der interne Speicher nutzt UFS 2.2 und ist je nach Region mit 128 oder 256 GB erhältlich. Ein microSD-Steckplatz fehlt.
Xataka ermittelte im Geekbench 6 1.086 Punkte im Single-Core und 3.081 Punkte im Multi-Core. Im 3DMark Wild Life Unlimited waren es 3.745 Punkte, im PCMark Work 3.0 13.615 Punkte. Solche Benchmarks sind Vergleichswerte, keine Garantie für jedes Spiel. In der Praxis reicht die Plattform für alltägliche Apps und gelegentliche Spiele. Erik Schmid von Smartzone kommt zu einem ähnlichen Schluss: Für Alltag, soziale Medien und gelegentliches Spielen sei die Leistung mehr als ausreichend.
Bei Genshin Impact wurden laut Xataka etwa 60 fps mit mittleren Einstellungen erreicht. Auf hohen Einstellungen fielen die Werte auf ungefähr 35 bis 45 fps. PhoneArena hielt das Spielen für brauchbar, beobachtete bei längeren anspruchsvollen Sessions aber Wärmeentwicklung und erwartbares Drosseln. Für ein Budgetgerät ist das solide. Für mobile Spiele mit maximalen Details? Eher nicht. Hier endet der Zauber der flüssigen 120-Hz-Oberfläche.
Akku und Laden: die beste Hardware-Argumentation
Der globale Nothing-Phone-(4b)-Ableger besitzt einen 5.200-mAh-Akku. Xataka kam im gemischten Alltag auf etwa 9 bis 10 Stunden aktive Bildschirmzeit, ungefähr zwei Tage Nutzung und rund ein Prozent Standby-Verbrauch über Nacht. PhoneArena maß 18 Stunden und 55 Minuten beim Surfen sowie 11 Stunden und 43 Minuten Videowiedergabe. Diese Ergebnisse stammen aus unterschiedlichen Testmethoden und sollten nicht als identische Laborwerte gelesen werden. Beide Testreihen zeigen aber in dieselbe Richtung: Die Ausdauer ist die klare Stärke des Telefons.
Geladen wird kabelgebunden mit 33 Watt. Xataka benötigte etwa 83 Minuten für eine vollständige Ladung; kabelloses Laden gibt es nicht. Unterstützt wird außerdem kabelgebundenes Reverse Charging mit 7,5 Watt. Ein Ladegerät liegt laut Smartzone und Android.com.pl nicht bei – du musst also ein passendes USB-C-Netzteil bereits besitzen oder zusätzlich kaufen.
Eine wichtige regionale Trennung: Für eine Indien-Variante werden 6.000 mAh berichtet. Diese Angabe ist nicht auf das globale beziehungsweise deutsche Modell übertragbar und sollte vor einem Kauf in Indien mit der offiziellen Produktseite geprüft werden.
Kamera und Software: Hauptkamera vor Weitwinkel
Die rückseitige Kamera besteht aus einer stabilisierten 50-MP-Hauptkamera mit optischer und elektronischer Bildstabilisierung sowie einer 8-MP-Ultraweitwinkelkamera. Ein dediziertes Teleobjektiv gibt es nicht. Der digitale 2-fach-Zoom ist für gelegentliche Aufnahmen brauchbar, ersetzt aber keinen echten Telezoom.
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera laut Xataka, Telepolis und weiteren Tests natürliche Farben, einen akzeptablen Dynamikumfang und brauchbare Details. Bei Nacht nehmen Rauschen und Detailverlust zu. Die Ultraweitwinkelkamera ist der sichtbar größere Kompromiss: Bei gutem Licht ist sie verwendbar, in dunklen Szenen und an den Bildrändern wird sie deutlich weicher. Die 16-MP-Frontkamera reicht für soziale Netzwerke und Porträts. Videoaufnahmen sind mit bis zu 4K bei 30 fps möglich, außerdem mit 1080p bei 30 oder 60 fps.
Noch überzeugender ist Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16. Die Oberfläche bleibt nah an Standard-Android, bringt aber die monochrome Nothing-Optik, eigene Widgets und flüssige Animationen mit. Essential Space und Essential Voice organisieren Screenshots, Notizen und Sprachaufnahmen. Private Space und frei skalierbare App-Fenster sind praktische Extras statt bloßer Show. Für das Phone (4b) sind drei Android-Versionsupdates und sechs Jahre Sicherheitsupdates vorgesehen.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Nothing Phone (4b) | Testergebnis oder Konsequenz |
| Display | 6,77 Zoll Super AMOLED, 2.344 × 1.080 Pixel, bis 120 Hz | Flüssige Darstellung; Hersteller nennt 2.000 Nits, Tests messen etwa 1.119–1.159 Nits |
| Prozessor | Snapdragon 6 Gen 4, bis 2,3 GHz | Gut für Alltag und leichtes Gaming, begrenzt bei anspruchsvollen Spielen |
| Speicher | 8 GB LPDDR4X, 128 oder 256 GB UFS 2.2 | Kein microSD-Steckplatz; Verfügbarkeit des 256-GB-Modells ist regional unterschiedlich |
| Kameras | 50 MP Hauptkamera mit OIS/EIS, 8 MP Ultraweitwinkel, 16 MP Frontkamera | Hauptkamera ordentlich, Ultraweitwinkel und Zoom deutlich schwächer |
| Akku und Laden | 5.200 mAh, 33 Watt kabelgebunden | Etwa 9–10 Stunden aktive Bildschirmzeit laut Xataka; kein kabelloses Laden |
| Software | Android 16 mit Nothing OS 4.1 | Drei Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitsupdates |
| Schutz | IP64 | Staubschutz und Schutz vor Spritzwasser, nicht wasserdicht |
| Lieferumfang | Telefon, USB-C-Kabel, SIM-Werkzeug, Hülle, Unterlagen, Displayschutz | Kein Ladegerät im Karton |
Nothing Phone (4b) gegen Phone (4a): der eigentliche Test
Das Phone (4a) kostete laut den vorliegenden Vergleichsdaten etwa 349 Euro, während das Phone (4b) mit 329 Euro startete. Ein Preisunterschied von ungefähr 20 Euro ist klein – und genau dadurch gerät das günstigere Modell unter Druck.
| Modell | Deutscher Preis | Hauptvorteil | Wichtigster Kompromiss |
| Nothing Phone (4b) | 329 Euro zum Start | 5.200-mAh-Akku, Nothing OS 4.1, eigenständiges Design | Schwächerer Prozessor, kein Teleobjektiv, 33-W-Laden |
| Nothing Phone (4a) | Etwa 349 Euro laut Vergleichsdaten | Mehr Leistung, Teleobjektiv, laut Berichten 50-W-Laden | Höherer Einstiegspreis und geringere gemeldete Akkukapazität von 5.080 mAh |
Das Phone (4a) nutzt laut den vorliegenden Berichten einen Snapdragon 7s Gen 4, ergänzt die Kamera um ein Teleobjektiv und lädt mit gemeldeten 50 Watt. Das Phone (4b) hält dagegen mit etwas mehr Akkukapazität und seinem niedrigeren Einstiegspreis. Mehrere unabhängige Tests kommen deshalb zum selben Kaufhinweis: Bei engem Preisabstand ist das Phone (4a) meist die bessere Wahl. Das Phone (4b) wird interessanter, wenn es deutlich günstiger angeboten wird oder dir Akku, Nothing OS und die Gestaltung wichtiger sind als Spitzenleistung und Zoom.
Die Grafik wird als redaktionelle Entscheidungshilfe zwischen den beiden Modellen eingesetzt. Sie ersetzt keine Messung und behauptet keine zusätzlichen technischen Daten.
Preis, Verfügbarkeit und wichtige Kaufhinweise in Deutschland
Für Deutschland sind 329 Euro als Startpreis und der 17. Juli 2026 als gemeldeter Beginn der regionalen Verfügbarkeit dokumentiert. Ein aktueller Händlerpreis kann davon abweichen. Die US-Verfügbarkeit bleibt in den vorliegenden Daten ungeklärt; eine Nothing-US-Übersicht führte das Phone (4b) nicht, während PCMag 399 US-Dollar anzeigt. Dieser Betrag ist keine bestätigte US-Verfügbarkeit und lässt sich nicht auf Deutschland übertragen.
Auch bei der eSIM solltest du genau hinschauen. Europäische Tests berichten im Allgemeinen von fehlender eSIM-Unterstützung, während eine polnische Quelle eine mögliche Japan-Ausnahme nennt. Prüfe deshalb die genaue deutsche Modellseite oder die Support-Dokumentation, bevor du das Gerät für einen eSIM-Tarif kaufst.
Und noch einmal zum Schutzstandard: IP64 bedeutet Staubschutz und Widerstand gegen Spritzwasser. Das Phone (4b) ist nicht für das Untertauchen gedacht. Regen ist eine Sache, das Schwimmbad eine ganz andere.
Fazit
Das Nothing Phone (4b) ist ein sympathisches Budget-Smartphone mit drei echten Trümpfen: lange Akkulaufzeit, überzeugende Software und unverwechselbares Design. Die Hauptkamera ist bei Tageslicht ordentlich, das 120-Hz-AMOLED macht Spaß und die Update-Zusage ist für die Klasse attraktiv.
Sein Problem ist nicht die Alltagstauglichkeit, sondern der Preisabstand zum Phone (4a). Für 329 Euro ist das Gerät in Deutschland interessant. Sobald das Phone (4a) jedoch nur wenig mehr kostet, bekommst du dort den stärkeren Prozessor, mehr Kamera-Flexibilität und schnelleres Laden. Deshalb lautet die Kaufregel für das Nothing Phone (4b): Nimm es, wenn du Ausdauer und Nothing OS priorisierst – oder wenn der Preis klar fällt.