Das Nothing Phone (4b) ist ein gelungenes Budget-Smartphone für alle, die lange Akkulaufzeit, eine aufgeräumte Oberfläche und ein Design mit Wiedererkennungswert höher gewichten als maximale Leistung. In Deutschland wurde die Version mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher für 329 Euro gelistet. Der Haken: Liegt der Preis des Nothing Phone (4a) nur wenig höher, bietet das ältere Schwestermodell den besseren Gegenwert.

Kurzfazit: Für wen lohnt sich das Nothing Phone (4b)?

Das Phone (4b) passt zu dir, wenn du ein zuverlässiges Alltagsgerät für Nachrichten, Web, Streaming, soziale Netzwerke und gelegentliches Spielen suchst. Nothing OS 4.1 arbeitet flüssig, das 120-Hz-AMOLED-Display macht Scrollen angenehm und der 5.200-mAh-Akku bringt viel Ausdauer mit. Dazu kommt ein Gehäuse, das nicht wie das hundertste austauschbare Android-Handy aussieht.

Für anspruchsvolle Spiele, häufiges Zoomen und Käufer, die möglichst viel Hardware fürs Geld erwarten, fällt das Urteil weniger freundlich aus. Der Qualcomm Snapdragon 6 Gen 4 ist für den Alltag ausreichend, aber kein Chip für dauerhaftes High-End-Gaming. Die Ladeleistung bleibt mit 33 Watt ebenfalls eher gemütlich. Und wenn das Phone (4a) nur einen kleinen Aufpreis kostet, sprechen Prozessor, Kameraausstattung, Ladegeschwindigkeit und Display eher für das 4a.

Die einfache Kaufregel lautet deshalb: Phone (4b) bei deutlichem Preisvorteil oder klarer Priorität für Software und Ausdauer; Phone (4a) bei kleinem Preisabstand.

Software, Design und Alltag

Die angenehmste Überraschung des Phone (4b) ist nicht der Datenblattwert, sondern das Zusammenspiel aus Software und Bediengefühl. Nothing OS 4.1 basiert auf Android 16, bleibt optisch eigenständig und verzichtet weitgehend auf überflüssige Zusatz-Apps. Animationen wirken flüssig, und Werkzeuge wie Essential Space, Essential Voice, Private Space und frei anpassbare App-Fenster geben der Oberfläche mehr Substanz als bloße Schwarz-Weiß-Optik.

Das AMOLED-Display misst 6,77 Zoll, löst mit 2.344 × 1.080 Pixeln auf und passt seine Bildrate bis auf 120 Hz an. Das macht vor allem beim Scrollen und Wechseln zwischen Apps einen Unterschied. Die Darstellung wirkt scharf und kontrastreich; für den Alltag ist das Panel eine der überzeugenderen Komponenten des Telefons.

Auf der Rückseite sitzt die Glyph Bar mit 45 Mini-LEDs. Sie kann Benachrichtigungen, Timer, Lieferfortschritt und Aufnahmestatus anzeigen. Das ist kein Grund, ein Smartphone allein zu kaufen – aber es gibt dem Phone (4b) eine eigene Persönlichkeit. Genau solche Details machen den Unterschied zwischen „funktioniert“ und „macht im Alltag Spaß“.

Der Essential Key ergänzt diese Idee. Er dient als Zugang zu den Essential-Werkzeugen, kann aber durch seine feste Position und unbeabsichtigte Betätigungen stören. Das ist ein kleines Detail mit großer Wirkung: Wer den Knopf häufig versehentlich drückt, wird die Designentscheidung schnell weniger charmant finden.

Akku und Laden

Der globale Akku des Nothing Phone (4b) besitzt eine Kapazität von 5.200 mAh. Die Ausdauer zählt zu seinen klaren Stärken. Ein Langzeittest kam auf ungefähr 9 bis 10 Stunden aktive Bildschirmzeit. Das ist ein guter Anhaltspunkt für gemischte Nutzung, aber kein Versprechen für jeden Tagesablauf.

Andere Ergebnisse fallen höher oder niedriger aus, weil sie etwas anderes messen: Web-Browsing, Videowiedergabe, Gaming oder einen konkreten Nutzungstag sind nicht direkt mit aktiver Bildschirmzeit vergleichbar. Entscheidend ist daher weniger die einzelne Rekordzahl als die gemeinsame Richtung der Ergebnisse: Das Phone (4b) ist auf Ausdauer ausgelegt und muss bei normaler Nutzung nicht ständig an die Steckdose.

Beim Laden dreht sich das Bild. Über Kabel sind bis zu 33 Watt möglich; kabelloses Laden fehlt. Unterstützt wird außerdem kabelgebundenes Rückwärtsladen mit 7,5 Watt. Eine vollständige Ladung dauerte in vorliegenden Tests ungefähr 80 bis 91 Minuten. Das ist akzeptabel, aber deutlich weniger spritzig als bei Geräten mit schnellerem Ladesystem – und auch das Phone (4a) liegt mit 50 Watt vorn.

Kamera, Display und Leistung

Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf und verfügt über optische sowie elektronische Bildstabilisierung. Bei Tageslicht liefert sie brauchbare Aufnahmen mit meist natürlicher Farbdarstellung. Für Schnappschüsse, Dokumente und soziale Netzwerke reicht das gut aus.

Die 8-MP-Ultraweitwinkelkamera ist dagegen die klare Schwachstelle. Bei wenig Licht und an den Bildrändern nimmt die Detailqualität deutlich ab. Ein Teleobjektiv gibt es nicht; beim Heranzoomen arbeitet das Telefon daher digital. Wer häufig entfernte Motive fotografiert oder von einem Smartphone besonders vielseitige Kameras erwartet, sollte diesen Kompromiss ernst nehmen.

Videos sind bis 4K mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Die Qualität ist brauchbar, erreicht aber nicht das Niveau eines Geräts, das seine Stärken ausdrücklich auf Kamera und Video legt.

Der Snapdragon 6 Gen 4 zusammen mit 8 GB LPDDR4X-RAM hält typische Aufgaben problemlos zusammen. Apps öffnen sich flott, Multitasking funktioniert und gelegentliches Spielen ist kein Problem. Anspruchsvolle Spiele laufen ebenfalls, verlangen aber reduzierte Einstellungen und Kompromisse bei der Bildrate. Für lange Gaming-Sessions oder intensive Videobearbeitung ist das Phone (4b) nicht die erste Wahl.

Beim Speicher solltest du genauer hinsehen: Je nach Markt gibt es 128 oder 256 GB UFS-2.2-Speicher, einen microSD-Steckplatz besitzt das Telefon nicht. Die 128-GB-Version kann deshalb schnell knapp werden, wenn viele Fotos, Spiele und Offline-Videos auf dem Gerät landen.

Auch einige Komfortmerkmale fehlen. Das Phone (4b) unterstützt 5G, Wi-Fi 6, Bluetooth 6.0, NFC und zwei physische Nano-SIM-Karten. Kabelloses Laden gibt es nicht, und die meisten regionalen Versionen unterstützen kein eSIM. Der Schutz nach IP64 bedeutet Schutz vor Staub und Spritzwasser – nicht vor dem Eintauchen ins Wasser. Wasserdicht ist das Gerät damit nicht.

Nothing Phone (4b) gegen Phone (4a)

Nothing Phone (4b) im Test: stark im Alltag, knapp kalkuliert

Der Vergleich mit dem Phone (4a) entscheidet letztlich über den Wert des Phone (4b). Für die vergleichbare Konfiguration mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher wurden 329 Euro für das Phone (4b) und 349 Euro für das Phone (4a) genannt. Zwanzig Euro können in dieser Klasse viel ausmachen – sie sind aber zu wenig, wenn dafür mehrere wichtige Komponenten schwächer ausfallen.

DimensionNothing Phone (4b)Nothing Phone (4a)
Vergleichbarer Einführungspreis, 8 GB/128 GB329 €349 €
ProzessorSnapdragon 6 Gen 4Snapdragon 7s Gen 4
Rückkameras50-MP-Hauptkamera + 8-MP-UltraweitwinkelZusätzliches Teleobjektiv
Kabelgebundenes Laden33 W50 W
Globaler Akku5.200 mAh5.080 mAh
Angegebene SpitzenhelligkeitBis zu 2.000 NitsBis zu 4.500 Nits

Der Vorteil des Phone (4b) liegt beim Einstiegspreis und beim etwas größeren globalen Akku. Das Phone (4a) kontert mit dem schnelleren Snapdragon 7s Gen 4, einem Teleobjektiv, schnellerem Laden und einer höheren angegebenen Spitzenhelligkeit. Für Kamera-Fans, Spieler und Käufer, die ihr Telefon mehrere Jahre mit möglichst viel Leistungsreserve nutzen wollen, ist das 4a damit die plausiblere Investition.

Nothing Phone (4b) gegenüber Nothing Phone (4a)

Die wichtigsten Unterschiede lassen sich auf einen Blick zusammenfassen: Das Phone (4b) bietet den niedrigeren Einstiegspreis und den größeren globalen Akku; das Phone (4a) liefert mehr Leistung, ein Teleobjektiv, schnelleres Laden und ein helleres Display.

Fazit

Das Nothing Phone (4b) ist kein schlechtes Sparmodell, sondern ein bewusst anders gewichtetes Smartphone. Nothing steckt die verfügbaren Ressourcen nicht in einen besonders starken Prozessor oder eine möglichst große Kameraausstattung, sondern in Software, Ausdauer und Design. Das Ergebnis ist ein Gerät, das sich im Alltag angenehmer anfühlen kann, als es seine Mittelklasse-Hardware vermuten lässt.

Der 5.200-mAh-Akku, Nothing OS 4.1, das 120-Hz-AMOLED-Display und die Glyph Bar bilden ein überzeugendes Gesamtpaket. Die 50-MP-Hauptkamera ist bei Tageslicht ordentlich. Gleichzeitig bleiben die Ultraweitwinkelkamera, das fehlende Teleobjektiv, 33-W-Laden, der nicht erweiterbare Speicher und die begrenzte Gaming-Reserve klare Kompromisse.

Bei der deutschen Listung von 329 Euro ist das Phone (4b) interessant, wenn dir eine cleane Oberfläche, lange Laufzeit und ein eigenständiges Design wichtiger sind als Spitzenleistung. Wenn das Nothing Phone (4a) nur wenig mehr kostet, solltest du dagegen zum Phone (4a) greifen. Der Aufpreis bringt genau dort Vorteile, wo das Phone (4b) am deutlichsten zurückstecken muss.