Am 31. Mai 2026 kündigte NVIDIA DGX Station für Windows an: eine KI-Workstation auf Basis des GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip. NVIDIA plante die Verfügbarkeit über sechs OEM-Partner für Q4 2026. Die Konfiguration verbindet Windows-Unterstützung mit einem kohärenten Speicherpool von bis zu 748 GB und einer FP4-Spitzenleistung von bis zu 20 PFLOPS.

Windows und WSL auf dieser DGX-Station-Konfiguration

NVIDIA führt Microsoft Windows als Betriebssystem für DGX Station for Windows auf. Über das Windows-Subsystem für Linux (WSL) sollen sich außerdem Linux-KI-Toolchains nutzen lassen. Das richtet die Konfiguration auf Arbeitsumgebungen aus, in denen Windows-Anwendungen und Linux-basierte KI-Werkzeuge nebeneinander gebraucht werden.

Die Angaben gelten für die Windows-Ausführung von DGX Station. NVIDIA beschreibt damit nicht automatisch das Betriebssystem anderer DGX-Station-Konfigurationen. Beim kleineren DGX Spark führt das Unternehmen beispielsweise NVIDIA DGX OS als Betriebssystem auf.

Was die 748 GB Speicher bedeuten

NVIDIA beziffert den kohärenten Speicherpool auf bis zu 748 GB. Er setzt sich aus 252 GB HBM3e-GPU-Speicher und 496 GB LPDDR5X-CPU-Speicher zusammen. „Kohärent“ beschreibt hier den gemeinsamen Speicherverbund von CPU und GPU; die beiden Komponenten bleiben unterschiedliche Speichertypen.

Die Plattform basiert auf dem GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip. Dazu gehören eine Blackwell-Ultra-GPU und eine 72-Kern-CPU Grace auf Basis von Neoverse V2. NVIDIA gibt für die Verbindung zwischen CPU und GPU über NVLink-C2C eine Bandbreite von 900 GB/s an.

NVIDIA wirbt damit, dass das System Modelle mit bis zu einer Billion Parametern unterstützen soll. Das ist eine Größenangabe zur vorgesehenen Modellklasse, keine Aussage darüber, wie schnell ein bestimmtes Modell läuft oder welchen Durchsatz eine konkrete Anwendung erreicht.

20 PFLOPS: Die Sparsity-Bedingung zählt

Für FP4-Tensor-Core-Berechnungen nennt NVIDIA eine Spitzenleistung von bis zu 20 PFLOPS mit Sparsity und 15 PFLOPS ohne Sparsity. Sparsity bezeichnet eine Rechenmethode, bei der bestimmte Nullwerte in Datenstrukturen übersprungen werden können. Die beiden Zahlen beschreiben also unterschiedliche Bedingungen.

PFLOPS geben die Rechenleistung bei einer bestimmten Zahlenpräzision an. Sie sind kein direkter Maßstab dafür, wie schnell ein konkretes KI-Modell oder eine Anwendung arbeitet. Auch die Angaben zu Speicher und Modellgröße ersetzen keinen solchen Anwendungstest.

DGX Station und DGX Spark im Vergleich

DGX Station für Windows und DGX Spark setzen auf unterschiedliche Plattformen und zielen auf unterschiedliche Größenordnungen. NeoTeo hat DGX Spark bereits im Zusammenhang mit lokaler KI zu Hause eingeordnet.

MerkmalDGX Station für WindowsDGX Spark
Compute-PlattformGB300 Grace Blackwell Ultra Desktop SuperchipGB10 Grace Blackwell Superchip
SpeicherBis zu 748 GB kohärenter Speicher128 GB gemeinsamer Speicher
FP4-SpitzenleistungBis zu 20 PFLOPS mit Sparsity; 15 PFLOPS ohne SparsityBis zu 1 PFLOP
Angegebenes BetriebssystemMicrosoft Windows; Linux-KI-Toolchains über WSLNVIDIA DGX OS
Angegebene ModellgrößeModelle mit bis zu einer Billion ParameternWorkloads mit Modellen bis zu 200 Milliarden Parametern

Die Werte stammen aus den technischen Angaben von NVIDIA zu DGX Station für Windows und DGX Spark. Es handelt sich um Herstellerangaben; insbesondere die FP4-Spitzenwerte beschreiben nicht automatisch eine vergleichbare Geschwindigkeit in Anwendungen.

Die sechs genannten OEM-Partner

NVIDIA nannte ASUS, Dell Technologies, GIGABYTE, HP, MSI und Supermicro als OEM-Partner, über die DGX Station für Windows verfügbar werden sollte. Als erwarteten Zeitraum gab NVIDIA Q4 2026 an. Die Ankündigung stammt vom 31. Mai 2026; sie legte den Zeitplan für die Partnerverfügbarkeit fest.