Wir haben schon oft über die Notwendigkeit gesprochen, die Programmierung in die traditionellen Bildungsstrukturen zu integrieren, aber es geht nicht nur darum, Kinder beim Schreiben von Code zu sehen, sondern auch darum, mit ihm zu bauen und Spaß zu haben. Genau diese Idee führt uns zu Initiativen wie Open Roberta, einer Open-Source-Plattform, die visuelle Programmierung mit Robotik kombiniert und das Potenzial hat, sich zu einem ganzen Ökosystem zu entwickeln, das mit einer Vielzahl von Geräten kompatibel ist.
Von Logo zu modernen Lernwerkzeugen
Wenn wir die Worte "Programmierung" und "Robotik" in einer Schule verwenden, erinnern wir uns wahrscheinlich an Dinge wie die Programmiersprache Logo und die entsprechenden "Roboter-Schildkröten", die auf dem Markt erschienen. Als ich in der Schule Logo lernte, war die Roboterschildkröte leider nicht verfügbar, aber ihr digitales Äquivalent diente mir als "Einstiegspunkt" in die Welt der Informatik. Heute haben die Kleinen zu Hause Smartphones, Tablets, hypervernetzte Konsolen, intelligente Fernseher und andere außergewöhnliche Ressourcen, die in gewisser Weise darum kämpfen, einen Platz im Klassenzimmer zu erobern. Natürlich brauchen wir die richtigen Werkzeuge, denn das Lernen beschränkt sich nicht nur auf die Schüler, sondern betrifft auch die Lehrer. Programmieren zu lernen und dabei Roboter zu steuern ist effektiv, dynamisch und definitiv unterhaltsam. Damit machen wir Platz für Open Roberta.
Open Roberta: Programmieren im Browser
Die komplette Struktur von Open Roberta ist vielleicht etwas schwer zu erklären, aber wir beginnen mit Folgendem: Es handelt sich um eine Plattform, die es Kindern, Jugendlichen und Lehrern ermöglicht, Lego-Mindstorms-EV3-Roboter direkt über einen Browser zu programmieren. Die Plattform arbeitet vollständig in der Cloud, kann also sofort genutzt werden, ohne zusätzliche Abhängigkeiten oder Module herunterzuladen. Die visuelle Programmiersprache namens NEPO basiert auf Googles Blockly (einem der Hauptpartner des Projekts). Mit minimalen Anweisungen können die Schüler Sensoren, Motoren und das EV3-Brick-Modul problemlos steuern. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass der Remote-Server eine Simulation des Roboters und seiner Befehle erzeugt, sodass die Schüler ein zusätzliches Werkzeug haben, um zu überprüfen, ob ihr Code korrekt ist, und der Roboter nicht einem Bug ausgeliefert ist, der ihn von einem Tisch fliegen oder gegen etwas stoßen lässt.
Open Source und lokale Server
Wer nicht so sehr daran interessiert ist, für die Roboterprogrammierung von der Cloud abhängig zu sein, hat gute Nachrichten: Dies ist ein Open-Source-Projekt, und jeder kann seinen eigenen lokalen Server erstellen, entweder auf einem normalen Computer oder auf etwas Kompakterem wie einem Raspberry Pi. Und als ob das nicht genug wäre, ermöglicht die Rolle als Middleware von Open Roberta die Umwandlung von NEPO-Code in Anweisungen, die mit zwei der wichtigsten Umgebungen für Lego Mindstorms EV3 kompatibel sind: LeJOS (Java) und ev3dev (Python). Der nächste Schritt ist logischerweise, die Horizonte von Open Roberta zu erweitern und Unterstützung für weitere Hardware wie Arduino-basierte Roboter zu integrieren.