OpenAI kündigte am 15. Oktober 2026 erweiterte Funktionen für den Zugriff auf Chrome-Tabs an, wie Stevie Bonifield bei The Verge berichtete. In der ChatGPT-Desktop-App können Nutzer einen geöffneten Tab als Kontext für eine Aufgabe auswählen und mit entsprechender Website-Freigabe im Browser interagieren. Die Erweiterung nutzt dabei ein vorhandenes Browserprofil; der integrierte ChatGPT-Browser arbeitet mit einem eigenen, getrennten Zustand.

Was ChatGPT mit Browser-Tabs machen kann

Englischsprachiger Walkthrough von The AI Advantage zur Verbindung von Chrome mit ChatGPT und zur Analyse mehrerer Tabs

Ein Tab kann als Kontext für eine Aufgabe dienen. In einem Chat mit ChatGPT Work oder Codex lässt sich der Browser per @-Erwähnung auswählen. Vor der Interaktion mit einer neuen Website fragt ChatGPT standardmäßig nach einer Freigabe. OpenAI beschreibt außerdem die Steuerung des Browsers, etwa für Aufgaben, bei denen Informationen aus geöffneten Seiten genutzt werden.

The Verge zufolge verglich eine OpenAI-Demonstration drei geöffnete Tabs mit Sofas. Als weitere Aufgaben wurden Formulare, Nachrichten, Downloads und das Ordnen von Tabs gezeigt oder genannt. Das beschreibt eine Vorführung, keine unabhängige Leistungsmessung.

OpenAIs offizieller Beitrag zur Demonstration ist auf X eingebettet.

Einrichtung: So verbindest du ChatGPT mit dem Browser

OpenAI beschreibt die Einrichtung in der Desktop-App in dieser Reihenfolge:

  1. Öffne Settings > Computer Use und wähle den Browser aus.
  2. Installiere die Erweiterung.
  3. Bestätige im Browser Manage.
  4. Wähle den Browser in einem Chat mit ChatGPT Work oder Codex über eine @-Erwähnung aus.

OpenAI nennt außerdem Verbindungsprüfungen wie den aktiven Browser und das verwendete Profil, den Erweiterungsstatus sowie einen Neustart oder eine erneute Installation, falls die Verbindung nicht klappt. Auch blockierte Domains und eine veraltete Desktop-App gehören zu den Punkten, die sich prüfen lassen. OpenAIs Anleitung zur Browsererweiterung

Welche Browser welche Funktionen unterstützen

OpenAI führt fünf Browser für Tab-Erwähnungen und Browsersteuerung auf. Der Seitenchat ist für vier davon vorgesehen; Opera gehört nicht dazu. Die Browserübersicht von OpenAI nennt folgende Unterstützung:

BrowserTab-Erwähnungen und BrowsersteuerungSeitenchat
Google ChromeUnterstütztUnterstützt
Microsoft EdgeUnterstütztUnterstützt
BraveUnterstütztUnterstützt
OperaUnterstütztNicht unterstützt
VivaldiUnterstütztUnterstützt

Website-Freigaben und Browserdaten

Vor dem ersten Eingriff auf einer Website fragt ChatGPT standardmäßig nach einer Erlaubnis. OpenAI nennt vier Optionen: einmal erlauben, für diese Website erlauben, für alle Websites erlauben oder ablehnen. Die Freigabe für alle Websites und der Zugriff auf den Browserverlauf gelten laut OpenAI als Optionen mit erhöhtem Risiko. Der Verlaufzugriff ist auf die jeweilige Anfrage begrenzt und lässt sich nicht dauerhaft erlauben. OpenAI erläutert die Freigaben und Risiken in seiner Anleitung.

Bei der Installation kann Chrome um weitreichende Berechtigungen bitten. Dazu können der Zugriff auf Website-Daten, den Browserverlauf auf angemeldeten Geräten, Lesezeichen, Downloads, Benachrichtigungen, Tabgruppen und den Debugger sowie die Kommunikation mit kompatiblen Desktop-Anwendungen gehören.

OpenAI zufolge wird Browseraktivität nicht als separates vollständiges Protokoll aller Aktionen gespeichert. Sie kann aber Teil des ChatGPT-Kontexts werden – etwa als Seitentext, Screenshot, Tool-Aufruf, Zusammenfassung oder Nachricht. Die Funktion richtet sich außerdem nach der persönlichen Einstellung Memories. OpenAI warnt, dass Webseiten irreführende oder bösartige Inhalte enthalten können, und empfiehlt, Website und Berechtigungen zu prüfen, bevor ChatGPT Aktionen ausführt.

Erweiterung oder integrierter Browser?

OpenAI kündigt ChatGPT-Zugriff auf Chrome-Tabs an

Die Erweiterung ist die passende Wahl, wenn eine Aufgabe auf dem bestehenden Browserprofil und einer dort angemeldeten Sitzung aufbauen soll. Der integrierte Browser in der ChatGPT-Desktop-App verwendet dagegen einen eigenen Browserzustand und teilt reguläre Chrome-Tabs, Cookies oder Sitzungen nicht automatisch. OpenAI nennt öffentliche Seiten und lokale Entwicklung als Einsatzfelder für den integrierten Browser. Die Anleitung zum integrierten Browser beschreibt damit eine klare Wahl: vorhandenen Browserkontext nutzen oder in einem getrennten Fenster arbeiten.

OpenAIs Beispielanfragen zur Arbeit mit Browser-Tabs sind ebenfalls in einem Originalbeitrag auf X zu sehen.