Richard Ho, OpenAIs Hardwarechef, nannte als Ziel, Jalapeño in der ersten Hälfte 2027 in die Produktion zu bringen. Bis dahin könnten einige Nutzer einzelne Modelle mit dem Chip verwenden. Ho bezeichnete den Zeitplan wegen laufender Software- und Vorbereitungsarbeiten als ambitioniert. Das sagte er in einem von Richard Nieva geführten Interview, das Forbes am 12. Oktober 2026 veröffentlichte.
Drei Zeitangaben, drei Schritte
OpenAIs früherer Plan zielte auf den Beginn der Bereitstellung in der eigenen Recheninfrastruktur bis Ende 2026. Das Unternehmen nannte diesen Termin in seinem am 25. August 2026 veröffentlichten Bericht zu Jalapeños ersten Testergebnissen. Ho beschrieb später das Produktionsziel für die erste Hälfte 2027. Der Branchennewsletter SemiAnalysis berichtete seinerseits von einem schrittweisen Produktionshochlauf im Verlauf des Jahres 2027, bei dem der größte Teil der Produktion zum Jahresende anfallen solle.
Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Etappen: OpenAIs Plan betrifft den Beginn des Einsatzes in der eigenen Infrastruktur, Ho ein frühes Produktionsziel und SemiAnalysis die erwartete Verteilung der Produktion über das Jahr.
Was OpenAIs InferenceX-Tests messen
OpenAI veröffentlichte seine InferenceX-Vergleiche am 25. August 2026. Getestet wurden GPT-OSS 120B, DeepSeek R1 670B und Kimi K2.5 1T mit nominalen 8k/1k-Workloads zur Vorhersage einzelner Tokens. Inferenz bezeichnet das Ausführen eines trainierten KI-Modells.
Für diese Tests meldete OpenAI gegenüber den Vergleichssystemen eine 1,5- bis 1,9-mal höhere Spitzenleistung pro Watt und eine 1,7- bis 3,6-mal niedrigere Ende-zu-Ende-Latenz. Für besonders interaktive Workloads gab das Unternehmen eine 2,1- bis 4,1-mal höhere Leistung an. Das sind von OpenAI veröffentlichte Benchmarkwerte für die genannten Modelle und Testbedingungen.
OpenAI bezifferte Jalapeños Nennleistung auf 700 W. Bei den getesteten Workloads habe die gemessene Dauerleistung höchstens 550 W betragen. Die Werte stehen im technischen Ergebnisbericht des Unternehmens.
Ein zusätzlicher Beschleuniger in OpenAIs Infrastruktur
OpenAI und Broadcom kündigten Jalapeño am 24. Juni 2026 als gemeinsam entwickelten Beschleuniger für KI-Inferenz an. OpenAI beschreibt den Chip als programmierbar und auf Transformer sowie große Sprachmodelle ausgerichtet. Richard Ho bezeichnete Jalapeño als zusätzliche Rechenkapazität und sagte, NVIDIA werde Teil der OpenAI-Flotte bleiben. Als weitere Rechenpartner nannte er AMD und Cerebras.
Eine frühere NeoTeo-Einordnung zu Jalapeño und NVIDIA-Systemen bietet dazu Hintergrund.