Zuerst erschien der VPN-Dienst von Opera auf Computern – dann auf iOS – und jetzt ist Android an der Reihe. Die Verantwortlichen des Browsers wollten den Kreis schließen und ihr kostenloses und unbegrenztes VPN-Angebot auch auf das mobile Betriebssystem von Google bringen, was sie mit nur vier Monaten Verspätung nun geschafft haben. Der Wert eines solchen Dienstes ist auf Mobilgeräten besonders hoch, wenn man die vielen offenen (und unsicheren) WLAN-Netzwerke bedenkt. Dennoch sollte man immer auch das Kleingedruckte lesen.
Die Versuchung, sich von einem Mobilgerät aus in ein offenes WLAN zu stürzen, um Datenvolumen zu sparen, ist groß – doch Sicherheit und Privatsphäre sollten nicht vernachlässigt werden. Unser Artikel über sicheres Surfen in öffentlichen Netzwerken hat sich gut gehalten. Im Allgemeinen wird die Kombination „frage, beobachte, misstraue“ dir so manchen Kopfschmerz ersparen. Eine beliebte Option ist die Nutzung eines VPN-Dienstes, doch viele davon kosten Geld und sind nicht unbedingt für Mobilgeräte geeignet. Hier kommt Opera ins Spiel. Nachdem das Unternehmen bereits einen kostenlosen und unbegrenzten VPN-Dienst für den Desktop-Browser vorgestellt hatte und wenig später für iOS, blieb die Frage in der Luft hängen: „Was ist mit Android?“
Opera VPN für Android: Die App im Überblick
Die Wartezeit dauerte vier Monate, aber jetzt ist sie da: Die App Opera VPN wurde am Montag im Google Play Store veröffentlicht (so steht es zumindest in der Beschreibung) und ist mit Android 4.0.3 oder höher kompatibel. Im Gegensatz zur Desktop-Version ist Opera VPN eine eigenständige App – der Opera-Browser selbst muss nicht installiert sein. Neben dem Schutz in offenen Netzwerken umgeht Opera VPN auch geografische Sperren. Derzeit bietet der Dienst Datenumleitung über Server in den USA, Deutschland, Kanada, Singapur und den Niederlanden, weitere Standorte sollen folgen.
Das Kleingedruckte: Finanzierung und Daten
Und jetzt die Frage nach dem Trick: Die Wörter „VPN“, „kostenlos“ und „unbegrenzt“ passen nicht einfach so zusammen. „Wenn du nicht zahlst, bist du das Produkt“ und so weiter. Was bekommt Opera aus diesem Prozess? Wie finanziert es den Dienst? Die Leute von SurfEasy erklären es im Detail. Zunächst bestätigen sie, dass sie keinerlei Protokolle speichern (was sie laut ihren Nutzungsbedingungen im April noch getan zu haben scheinen), aber geben zu, dass Nutzer während ihrer Sitzungen einige Werbung sehen werden (falls sie Werbeblocker umgehen und eigene einfügen, könnte das Probleme verursachen) und dass sie „anonymisierte Informationen“ sammeln, die Dritten zur Verfügung stehen, die daran interessiert sind zu erfahren, „wie sich das mobile Ökosystem entwickelt“. Ich stelle mir da Unternehmen vor, die landes- oder regionalweite Werbekampagnen planen. Der Rest bleibt jedem Nutzer überlassen. Die Links zur App und zur Erklärung von SurfEasy findest du unten.