Beim Oracle Investor Day am 28. Oktober 2026 beschrieb Oracle-Manager Chris Leone laut einem Bericht von The Register ein Modell, bei dem KI-Einheiten zusätzlich zu den Abonnements für Unternehmensanwendungen nutzungsabhängig abgerechnet werden sollen. Mehr Arbeit durch KI könnte Oracle demnach zusätzliche Erlöse bringen, ohne dass Unternehmen weitere Nutzerplätze buchen.
Wie das geplante Modell neben Abos funktionieren soll
Leones Überlegung: Wenn KI mehr Aufgaben erledigt, könnten zusätzlich zum Abonnement Umsätze über verbrauchte KI-Einheiten entstehen. Für Unternehmen wäre das eine weitere nutzungsabhängige Kostenkomponente neben den bestehenden Abos.
Der Bericht verknüpft die Idee mit Oracle Fusion-Anwendungen. Fusion Claw wird darin als Laufzeitumgebung für Agenten beschrieben, die Geschäftsprozesse in ERP, Finanzwesen und Lieferkettenmanagement automatisieren sollen. Leone sagte demnach, solche Agenten könnten auch Arbeit außerhalb von Fusion übernehmen.
Oracle Analytics Cloud hat eigene AIDP-Regeln
Für Oracle Analytics Cloud beschreibt Oracle ein separates Modell mit einem monatlichen Kontingent an AI Data Platform (AIDP)-Einheiten. Ist dieses ausgeschöpft, können Kunden weitere Einheiten kaufen, eine nutzungsabhängige Abrechnung des Mehrverbrauchs einschalten oder eine kostenlose LLM-Option wählen. Abgerechnet werden dabei laut Oracle nur Einheiten oberhalb des Kontingents. Für die Überziehungsabrechnung ist eine zusätzliche Sicherheitsrichtlinie erforderlich. Oracle erläutert die AIDP-Überziehungsabrechnung für Analytics Cloud.
Oracle nennt den 30. September 2026 als frühestmöglichen Beginn dieser Überziehungsabrechnung. Die Regelung betrifft Oracle Analytics Cloud; sie ist ein eigenes, an ein Monatskontingent gebundenes Modell.
Welche Finanzziele Oracle am Investor Day nannte
Oracle stellte am 28. Oktober auch längerfristige Unternehmensziele vor. Für das Geschäftsjahr 2030 peilt das Unternehmen einen Umsatz von mindestens 225 Milliarden US-Dollar an. Von FY26 bis FY30 soll der Umsatz jährlich um mehr als 35 Prozent wachsen. Oracle erwartet positiven freien Cashflow in der zweiten Hälfte von FY28 und setzt für FY29 ein Ziel von mindestens 30 Milliarden US-Dollar. Oracle veröffentlichte diese Ziele in seinem Investor-Day-Bericht.
Für den Investitionszyklus FY27 bis FY30 verpflichtete sich Oracle, die zusätzliche Kapitalaufnahme auf höchstens 20 Milliarden US-Dollar zu begrenzen, ohne Refinanzierungen bestehender Schulden. Davon sollten voraussichtlich 10 Milliarden US-Dollar aus Eigenkapital und 10 Milliarden US-Dollar aus Bruttoschulden stammen. Zusätzlich hatte Oracle im ersten Quartal von FY27 bereits eine Aktienemission am Markt im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.