Oracle kündigte am 26. Oktober 2026 auf der Oracle AI World in Las Vegas Fusion Companion und Fusion Agentic Home an. Oracle beschreibt Companion als eine Ebene, die Geschäftsziele in koordinierte Transaktionen, Workflows, Freigaben und Agenten überführt. Agentic Home ist die native Fusion-Oberfläche, in der Nutzer Ziele setzen, Arbeit delegieren und Fortschritte verfolgen. Separat bezeichnete Oracle 25 Fusion-Anwendungen mit Fusion Claw als verfügbar.

Companion koordiniert Aufgaben, Agentic Home verwaltet Ziele

Fusion Companion soll laut Oracle Geschäftsabläufe anhand von Unternehmenskontext, Daten und Nutzerberechtigungen koordinieren. Dazu zählen Transaktionen, Workflows und Freigaben ebenso wie der Einsatz von Agenten und agentischen Anwendungen. Nutzer können Companion über unterstützte KI-Werkzeuge wie ChatGPT oder direkt über Agentic Home aufrufen.

Die Koordination kann laut Oracle auch Kontext aus anderen Unternehmenssystemen einbeziehen und dort autorisierte Aktionen auslösen. Agentic Home übernimmt eine andere Rolle: Nutzer legen dort Ziele fest, delegieren Aufgaben und verfolgen deren Fortschritt. Die Oberfläche kann außerdem Ursachen für Ausnahmen erkennen, Korrekturen vorbereiten und autorisierte Lösungen ausführen. Entscheidungen, die menschliches Urteilsvermögen erfordern, werden an Menschen eskaliert.

Was die 25 Fusion-Anwendungen übernehmen

Oracle zufolge verteilen sich die 25 Claw-basierten Anwendungen auf vier Fusion-Bereiche: ERP für Ressourcenplanung, HCM für Personalmanagement, SCM für Lieferkettenmanagement und CX für Kundenmanagement. Die genannten Beispiele zeigen unterschiedliche Einsatzfelder.

Ledger gleicht Buchungen ab, untersucht Ausnahmen und Auffälligkeiten und führt deterministische Finanzanalysen durch. Die Ausführung bleibt an die Unternehmensrichtlinien und erforderlichen Freigaben gebunden. Procurement Spend wertet Einkaufs- und Lieferantendaten aus, erkennt, wenn vereinbarte Einkaufsvorteile ungenutzt bleiben, und beziffert mögliche Einsparungen. Korrekturmaßnahmen legt die Anwendung zur Prüfung und Freigabe vor. Supply Planning Allocation bewertet Szenarien für die Verteilung knapper Materialien und Kapazitäten; Teams prüfen, verfeinern und genehmigen die vorgeschlagenen Pläne.

Die Datumsfolge ordnet die Verfügbarkeitsaussagen ein: Am 29. September erklärte Oracle, 25 neue Claw-Anwendungen seien verfügbar. Am 13. Oktober verknüpfte Oracle 25 Anwendungen mit Release 26D. Am 26. Oktober nannte das Unternehmen erneut 25 verfügbare Anwendungen.

Fusion Claw führt Aufgaben innerhalb festgelegter Kontrollen aus

Oracle beschreibt Fusion Claw als Ausführungsumgebung für länger laufende Aufgaben, die fortlaufende Neuplanung und deterministische Ausführung unterstützt. Deterministische Ausführung bedeutet, dass Schritte festgelegten Regeln folgen. In seiner technischen Beschreibung trennt Oracle Modellschlussfolgerungen, Berechtigungen, Ausführung und Durchsetzung von Regeln.

Für die menschliche Kontrolle nennt Oracle drei Betriebsweisen: Menschen können einzelne Schritte freigeben, den Ablauf steuern oder eine autonome Ausführung innerhalb definierter Leitplanken erlauben. Die Berechtigungen und Kontrollen der Organisation bestimmen dabei, welche Aktionen zulässig sind.

AI Success Navigator unterstützt die Fusion-Einführung

AI Success Navigator ist ein separates Implementierungsangebot, keine der 25 operativen Anwendungen. Oracle kündigte es ebenfalls am 26. Oktober an. Die Plattform basiert auf der Fusion Setup and Configuration Registry (FSCR), die Oracle als maschinenlesbare Quelle für Fusion-Einrichtung, Konfiguration und produktdefinierte Verfahren beschreibt. Sechs spezialisierte Agenten decken Discovery, Design, Configuration, Testing, Integration und Innovation ab.

Tom Tan, Executive Director IT bei Lexington Health, berichtete in der Oracle-Mitteilung vom 26. Oktober, der Ansatz habe bei der Implementierung seines Unternehmens den Aufwand für bestimmte Design- und Konfigurationsarbeiten um 80 Prozent verringert. Seine Angabe bezieht sich auf diese Arbeiten bei Lexington Health.

Was zum AI Agent Studio gehört

Oracle zählt AI Agent Studio und vorgefertigte Vorlagen laut Handbuch G36251-26 ohne Aufpreis zum Fusion-SaaS-Abonnement. Für neue Agenten, wesentliche Änderungen an Vorlagen, Drittanbieter- oder Marketplace-Agenten sowie Sprachmodelle, die Oracle nicht bereitstellt, kann ein zusätzliches Custom-AI-Agent-Abonnement erforderlich sein. Überschreitet die Nutzung das standardmäßige Token-Kontingent für Premium-Modelle, können weitere Gebühren anfallen.