Panchovix’ Vix-Tools laden ein bearbeitetes VBIOS-Abbild, ohne den Flash-Chip der Grafikkarte zu überschreiben. Die Windows-Version hinterlegt es als Treiber-Override in der Registry; unter Linux startet der GSP mit dem Abbild im Arbeitsspeicher. Welche Methode infrage kommt, hängt deshalb auch von Betriebssystem, Treiber und Grafikkarte ab.

Die Berichte von Tom’s Hardware und El Chapuzas Informático zu den Werkzeugen erscheinen am 19. Oktober 2026. Das Vix-Projekt besteht aus einem Editor sowie getrennten Ladeprogrammen für Windows und Linux. Der Editor speichert eine bearbeitete Kopie des VBIOS, also der Firmware der Grafikkarte. Für die beiden Betriebssysteme nutzt das Projekt unterschiedliche Wege, diese Kopie beim Start einzubinden.

Windows und Linux laden das Abbild unterschiedlich

Panchovix’ Vix-Tools laden ein geändertes Nvidia-VBIOS ohne Flash
BetriebssystemLadewegRückkehr zum normalen Startpfad
WindowsDas Ladeprogramm speichert das Abbild in einem Registry-Schlüssel des Grafiktreibers und startet die GPU neu.„Verify“ prüft, ob der Treiber das hinterlegte Abbild verwendet; „Unload“ entfernt den Override.
LinuxDas Ladeprogramm passt offene NVIDIA-Kernelmodule an, damit der GSP mit dem Abbild im Arbeitsspeicher startet.Ein zusätzlicher Boot-Eintrag hält den normalen Start ohne Override bereit.

Der Unterschied ist praktisch: Der unveränderte Startpfad bleibt erreichbar, doch das bearbeitete Abbild wird trotzdem vom Treiber beziehungsweise vom GSP geladen. Die Grafikkarte erhält also einen anderen Firmware-Zustand zur Laufzeit, während ihr Flash-Chip unangetastet bleibt. Die Windows-Dokumentation des Projekts und die Linux-Dokumentation beschreiben die beiden Ladewege.

Voraussetzungen unter Windows und Linux

Der Windows-Loader setzt Windows 10 oder 11 in der 64-Bit-Version, Administratorrechte und einen NVIDIA-Treiber aus den Reihen 616.x oder 617.x voraus; die Mindestversion ist 616.56. Außerdem muss das Abbild zur PCI-Geräte-ID der konkreten GPU passen. Ein passender Treiber allein genügt also nicht. Nach einer sauberen Treiberinstallation oder einem Update kann der Registry-Override verloren gehen. Die Prüffunktion „Verify“ kontrolliert den aktiven Zustand, „Unload“ entfernt den Eintrag.

Unter Linux nennt das Projekt Fedora 43 mit GRUB/BLS, dracut, DNF5 und NVIDIA-615.x-Open-Kernelmodulen, installiert über den .run-Installer, als auf realer Hardware unterstützte Konfiguration. Zu den Voraussetzungen zählen außerdem Python 3.11 oder neuer, Kernel-Header sowie entweder deaktiviertes Secure Boot oder ein eigener Signaturschlüssel. Für andere Distributionen und Installationswege nennt das Projekt abweichende Status, darunter experimentelle oder nicht unterstützte Kombinationen.

Auf realer Linux-Hardware führt das Projekt unter anderem GeForce RTX 5090, RTX 5080, RTX 5070 Ti, RTX 5070 und RTX 5060 Ti sowie Varianten der RTX PRO 6000 Blackwell und die RTX 2000 Ada auf. Diese Modellliste ist keine Freigabe für jede RTX-Karte. Auch beim Windows-Loader sind einzelne Modelle getestet, während weitere Ampere- und Ada-GPUs als nicht getestet geführt werden.

Bearbeitbare Werte hängen von der Architektur ab

Der Editor bietet je nach GPU-Architektur unterschiedliche Felder für Leistungsgrenzen, Spannung, Taktversatz, Strom und Lüfter. Turing-Bearbeitung und -Laden stuft das Projekt als experimentell ein. Bei Ada- und Ampere-Karten begrenzt der GSP-Ladeweg das Abbild auf 512 KiB; dafür ist eine Verlagerung des Inhalts nötig, deren entsprechende Wege ebenfalls teils experimentell sind. Die Editor-Dokumentation beschreibt die Unterschiede nach Architektur.

Zwei Grenzen sind für bestimmte Systeme besonders relevant: Änderungen an VRAM-Timings werden laut Projekt nicht übernommen, weil die Grafikkarte diese Werte aus der physischen Firmware liest. Bei Laptops kann Dynamic Boost die tatsächlich verfügbare GPU-Leistung weiterhin begrenzen; die Lüfter des Notebooks gehören ebenfalls nicht zum VBIOS-Abbild.

Ohne Flashen heißt nicht ohne Risiko

Der Verzicht auf einen Schreibvorgang am Flash-Chip schützt nicht vor Schäden durch ungeeignete Betriebswerte. Das Projekt warnt, dass überhöhte Leistungs-, Strom- oder Spannungseinstellungen Hardware beschädigen können. Zudem passt die kryptografische Signatur eines bearbeiteten Abbilds anschließend nicht mehr; die Dokumentation rät ausdrücklich davon ab, es mit nvflash auf die Karte zu schreiben.

El Chapuzas Informático berichtet von einem Entwickler-Beispiel, bei dem das konfigurierte Leistungslimit einer GeForce RTX 5090 von 600 auf 800 W angehoben wurde. Dieser Wert beschreibt eine eingestellte Grenze, nicht den dauerhaft aufgenommenen Strom und keinen nachgewiesenen FPS-Zuwachs. Treiberänderungen können außerdem den Override beeinträchtigen; unter Linux bleibt dafür der normale Boot-Eintrag als Rückweg erhalten.