Das Potenzial von Perowskit-Solarzellen ist aus zwei Gründen riesig: Sie sind sehr kostengünstig und besitzen solide Effizienzparameter. Ihre Schwachstelle ist die Stabilität, da sie eine viel schnellere Degradation erleiden, als der Markt akzeptieren kann. Doch an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne wurde eine neue, kostengünstige Zelle aus Perowskit entwickelt, die über ein Jahr lang mit 11,2 Prozent Effizienz arbeitete.
Die weitere Senkung der Kosten für Solarenergie ist eine Priorität. Die Projekte im großen Maßstab mehren sich, jedoch benötigen wir erschwingliche Preise, um den Adoptionsprozess für den Endverbraucher zu vereinfachen. Einige Länder stellen lächerliche Hürden auf, wie etwa die sogenannte „Sonnensteuer“ in Spanien, aber wir sind überzeugt, dass diese Situationen auf Dauer unhaltbar sind. Die Solarenergie schreitet voran, ob es den lokalen Behörden gefällt oder nicht, und einige der aktiven Entwicklungen sind sehr interessant. Eine davon konzentriert sich auf Perowskit-Solarzellen. Ihre Verarbeitung ist im Vergleich zu Siliziumzellen viel einfacher, und in früheren Tests erreichten sie eine Umwandlungseffizienz von 22 Prozent, aber das Problem ist, dass sie zu schnell zerfallen.
Zum Glück steht das kurz vor der Änderung. Ein Forscherteam an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne baute eine neue Perowskit-Solarzelle, die mehr als ein Jahr (ungefähr 10.000 Stunden) lang funktionieren kann und eine Effizienz von 11,2 Prozent ohne Schwankungen hält. Es handelt sich um ein Hybriddesign mit Elementen in zwei und drei Dimensionen, die die Lichtabsorption über das sichtbare Spektrum und den Transport elektrischer Ladungen optimieren. Durch eine auf Kohlenstoff basierte Architektur steigt die Effizienz der 2D/3D-Perowskit auf 12,9 Prozent, während sie bei konventionellen mesoporösen Solarzellen 14,6 Prozent erreicht. Die zuvor genannten 11,2 Prozent gehören zu dem Panel, das die Forscher mit einem industriellen Verfahren im Maßstab von 10 mal 10 Zentimetern herstellten.
10.000 Stunden entsprechen einer geringen Zahl, wenn man sie mit dem Durchschnitt von 20 Jahren Garantie bei vielen herkömmlichen Produkten vergleicht, aber sie stellen einen außergewöhnlichen Schritt in die richtige Richtung für die Entwicklung der Perowskit-Technologie dar.