Mit Solid-State-Laufwerken und RAID-Konfigurationen sind Übertragungsgeschwindigkeiten möglich, die herkömmliche Festplatten alt aussehen lassen. Doch es gibt eine noch schnellere Option: das RAMDisk. Dabei wird ein Teil des Arbeitsspeichers als virtuelles Laufwerk genutzt. Die Zugriffs- und Übertragungsgeschwindigkeiten eines RAMDisks sind praktisch unschlagbar – und wer wissen möchte, wie man eines erstellt, findet hier alles Nötige.
Moderne Systeme verfügen über beeindruckend viel RAM, und obwohl nur wenige Anwendungen den Speicher vollständig ausnutzen (einige Spiele verlangen bereits mindestens 8 GB), wissen wir alle: Speicher ist nie genug. Kombiniert man eine ordentliche RAM-Ausstattung mit den Vorteilen von SSDs, erreicht der Rechner ein Leistungsniveau weit über dem Durchschnitt. Doch viel Arbeitsspeicher eröffnet eine weitere Möglichkeit: das RAMDisk. Mit Hilfe einer externen Anwendung stellt das System einen Teil des RAMs für ein Laufwerk bereit, das sich wie eine normale Festplatte verhält.
Werkzeuge zum Erstellen eines RAMDisk
Eine dieser Anwendungen ist ImDisk, die in zwei Teile gegliedert ist: den Treiber für das virtuelle Laufwerk, der eine spartanische, aber leistungsfähige Oberfläche zur Erstellung des RAMDisks bietet, und das ImDisk Toolkit, eine parallele Entwicklung mit deutlich benutzerfreundlicheren Optionen für Einsteiger. Der Prozess reduziert sich darauf, die zugewiesene RAM-Menge und den Laufwerksbuchstaben festzulegen. Nach der Erstellung fordert Windows möglicherweise zur Formatierung auf – die sollten wir sofort erledigen. Danach sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Man kann komplette Programme auf dem RAMDisk installieren, wenn man möchte, aber man sollte bedenken, dass es sich um volatilen Speicher handelt: Die Inhalte gehen beim Herunterfahren des Computers verloren. Beide ImDisk-Varianten bieten die Möglichkeit, Images der Laufwerke zu erstellen und auf einem herkömmlichen Laufwerk zu speichern, um sie später wiederherzustellen.
Ein weiterer Vorteil von ImDisk ist, dass es sich um eine Open-Source-Entwicklung handelt und keinerlei Beschränkungen auferlegt – mit der einzigen Ausnahme des verfügbaren RAMs, versteht sich. Ich habe festgestellt, dass viele Nutzer RAMDisks als Ziel für temporäre Dateien ihres Browsers oder für deutlich schwerere und anspruchsvollere Tools wie Photoshop verwenden.
Das einzige Risiko eines RAMDisks ist das bereits erwähnte: Ein plötzlicher Stromausfall führt zum kompletten Verlust aller Daten auf dem Laufwerk. Doch trotzdem lohnt sich das Experiment. Die Leistungsgewinne sind zu groß, um es nicht auszuprobieren.
ImDisk herunterladen: ImDisk
ImDisk Toolkit herunterladen: ImDisk Toolkit