Wer mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner einsetzen möchte, sieht sich früher oder später mit der Frage nach dem Boot-Manager konfrontiert. Windows ist nicht gerade dafür bekannt, alternative Systeme zu erkennen, weshalb es oft als Erstinstallation empfohlen wird. Linux-Distributionen verwenden meist GRUB, aber es gibt mit rEFInd eine grafisch anspruchsvollere und flexiblere Lösung. rEFInd ist zwar keine „Fire-and-Forget“-Lösung, bietet aber eine umfangreiche Dokumentation und lässt sich individuell konfigurieren.
Die Beliebtheit des Dual-Bootes hat mit dem Aufkommen von virtuellen Maschinen etwas nachgelassen, doch die Trennung von Arbeit und Freizeit durch zwei Betriebssysteme auf einer Festplatte ist weiterhin gefragt. Ein robuster Boot-Manager ist dabei unerlässlich. Die meisten Distributionen setzen auf GRUB, das auch die Auswahl unterschiedlicher Kernel erlaubt. Dennoch sollte man rEFInd nicht außer Acht lassen, denn es punktet mit einer grafischen Oberfläche.
Installation von rEFInd
rEFInd ist speziell für EFI/UEFI-Systeme konzipiert. Wenn Ihr Rechner im CSM/Legacy-Modus arbeitet oder ein traditionelles BIOS verwendet, wird rEFInd nicht funktionieren. Die Installation hängt vom Ausgangssystem ab. Auf einem Debian-basierten Linux genügt der Befehl sudo apt-get install refind, gefolgt von refind-install. Ubuntu-Systeme können zusätzlich das von rEFInd-Entwickler gepflegte PPA verwenden. Unter Windows wird es komplizierter.
rEFInd unter Windows zu installieren ist nicht einfach ... aber auch nicht unmöglich
Um rEFInd unter Windows zu installieren, müssen Sie zuerst die EFI-Partition mit einer erhöhten Konsole und dem Befehl mountvol Z: /S einbinden (ein anderer Laufwerksbuchstabe ist möglich). Anschließend kopieren Sie mehrere Dateien aus dem rEFInd-Zip in den EFI-Ordner, entfernen unnötige Treiber (optional, aber empfohlen), benennen eine Datei um und führen schließlich einen speziellen Befehl mit bcdedit aus. Alle Details finden Sie im offiziellen Tutorial. Der letzte Schritt besteht darin, im UEFI des Rechners den rEFInd-Eintrag als erste Boot-Option auszuwählen.
So sieht rEFInd nach der Installation aus
Details zur installierten Version. Sie können auch zusätzliche Module wie MemTest hinzufügen.
Zusammenfassend ist es am einfachsten, rEFInd zu installieren, sobald alle Betriebssysteme vorhanden sind – und zwar aus Linux heraus, um das Bearbeiten von Dateien und das Einbinden versteckter Partitionen zu vermeiden. rEFInd unterstützt zusätzliche Module wie MemTest. Auf der offiziellen Seite finden Sie außerdem Anleitungen für Rechner mit Secure-Boot-Versionen, die sich nicht deaktivieren lassen.
Offizielle Website und Downloads:Klicken Sie hier