Am 27. Oktober 2026 berichtete Reuters, das israelische Werbetechnikunternehmen Discover-Tech habe bei Auktionen um Werbung im Umfeld von Starlink-Traffic in mehr als 100 Ländern am höchsten geboten. Der Bericht berief sich auf sechs Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. TrendAI maß seinerseits auffällige Gebotsmuster im Starlink-Verkehr. Die Daten betreffen Anzeigenauktionen und Werbeeinblendungen, nicht einzelne identifizierte Abonnenten.

TrendAI führte den beobachteten Bieter unter dem Namen SHADOW-EARTH-79. Die Zuordnung zu Discover-Tech stammt aus dem Reuters-Bericht; TrendAI selbst benennt das Unternehmen in seiner Auswertung nicht. Die Messwerte beziehen sich auf TrendAIs eigene Telemetrie und eine einzelne Demand-Side-Plattform (DSP), über die Werbekunden Gebote für Anzeigenplätze abgeben.

MessgrößeErgebnisBezugsrahmen
Länder-RanglisteRang eins in 105 LändernJeweils ausgewerteter Starlink-Verkehr pro Land
Aggregiertes AnzeigenvolumenRang zweiGesamtes beobachtetes Starlink-Verkehrsvolumen
Ausgespielte Anzeigen66.20890-Tage-Vergleich
Anteil der Starlink-Anzeigen12,9 % gegenüber einem Basisanteil von 2,6 %90-Tage-Vergleich
Gemeldeter Lift4,9-fachVerhältnis des Anteils im Starlink-Verkehr zum Basisanteil

Der erste Platz in 105 Ländern und Rang zwei beim Gesamtvolumen beschreiben unterschiedliche Vergleiche: einmal die Rangfolge innerhalb einzelner Länder, einmal die Summe des beobachteten Verkehrs. TrendAI bezeichnete das Verhältnis zwischen dem Anteil im Starlink-Verkehr und dem Basisanteil als 4,9-fachen „Lift“.

Wie Werbeauktionen Daten preisgeben können

Beim Real-Time-Bidding (RTB) wird ein Anzeigenplatz in einer Echtzeitauktion vergeben. Eine Gebotsanfrage kann laut TrendAI unter anderem die IP-Adresse, den ungefähren Standort, die autonome Systemnummer des Netzwerks sowie Gerätetyp, Gerätemodell und Bildschirmgröße enthalten. Solche Angaben können Profilbildung unterstützen; TrendAI beschreibt damit mögliche Daten in Gebotsanfragen, nicht die individuelle Verfolgung eines bestimmten Starlink-Kunden.

Der separate Fall bei Al Jazeera

The Citizen Lab berichtete über eine andere Anzeigenkampagne: Mindestens 45 Geräte von Al Jazeera waren 2024 und 2025 Ziel von Angriffen mit über Werbung verbreiteter Spyware, die die Forschenden mit hoher Zuversicht Candiru zuordneten. Der beschriebene Netzwerkablauf führte von Infrastruktur von Discover-Tech über einen Candiru-Validator zu einem Server für Befehle und Steuerung. Dieser Fall betrifft Al-Jazeera-Geräte, nicht Starlink-Verkehr. NeoTeo hat den separaten Al-Jazeera-Fall und den technischen Ablauf bereits ausführlicher beschrieben.