Bei der Anhörung vor dem arbeitsrechtlichen Tribunal in Glasgow am 9. Oktober 2026 erklärte Charlie Kinloch, warum er Kommentare in einem Discord-Server im Oktober 2025 angesichts des schnellen Serverwachstums, schwer zuzuordnender neuer Teilnehmer und der Aufmerksamkeit für GTA 6 als heikler bewertete. Ehemalige Beschäftigte sehen ihre Kündigungen im Zusammenhang mit ihrer Gewerkschaftsarbeit; Rockstar begründet sie mit grobem Fehlverhalten und der Offenlegung vertraulicher Informationen.
Was Kinloch dem Tribunal sagte
Kinloch, HR-Manager und Co-Direktor für den Studiobetrieb bei Rockstar Lincoln, beschrieb, wie sich seine Einschätzung der Discord-Beiträge im Oktober 2025 verändert hatte. Der Server wuchs rasch, und die Namen vieler neuer Teilnehmer ließen sich dem Unternehmen nach seiner Darstellung nicht zuordnen. Zugleich stand Rockstar vor einer bedeutenden Ankündigung zu GTA 6, während das öffentliche und mediale Interesse an dem Spiel hoch war.
Diese Umstände prägten laut Kinloch seine Bewertung von Kommentaren über Arbeitsbedingungen und interne Abläufe. Seine Aussage drehte sich damit auch um den Zeitpunkt, zu dem Rockstar gegen Beschäftigte vorging, die an dem Server beteiligt waren.
Warum die Kündigungen umstritten sind
Die ehemaligen Beschäftigten, vertreten durch die Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB), werfen Rockstar vor, die Kündigungen hätten mit ihrer Gewerkschaftsorganisierung zu tun. Rockstar gibt grobes Fehlverhalten und die Weitergabe vertraulicher Informationen als Gründe an. Das sind die gegensätzlichen Positionen der Parteien im arbeitsrechtlichen Streit.
Die frühere Entscheidung zum einstweiligen Rechtsschutz
Am 12. Januar 2026 lehnte das Tribunal einen Antrag der IWGB auf einstweiligen Rechtsschutz ab. Dieser Zwischenbeschluss entschied nicht über die inhaltliche Frage, ob die Kündigungen mit Gewerkschaftsaktivitäten zusammenhingen oder auf dem von Rockstar angeführten Fehlverhalten beruhten.