Wie The Next Web am 26. Oktober 2026 berichtete, hält Sam Altman das Reparieren einzelner Softwarefehler möglicherweise nicht mehr für eine ausreichende Cyberabwehr. In einem Interview an der Stanford Graduate School of Business in der Woche zuvor sprach sich der OpenAI-Chef dafür aus, dieselbe Technologie auch zur Verteidigung einzusetzen. Das Gespräch führte die MBA-Studentin Claudia Chen.
Altman schlägt einen anderen Ansatz zur Abwehr vor
Altman stellte die Frage, ob Sicherheitsteams künftig noch jeden Fehler einzeln beheben können. Stattdessen sollten sie nach seiner Auffassung ein neues Verteidigungsmodell entwickeln, das dieselbe Technologie nutzt, mit der Schwachstellen entdeckt werden. Ein konkretes Modell, Produkt oder eine technische Architektur nannte er dabei nicht.
Im Hintergrund steht auch die KI-gestützte Entdeckung von PHP2Shell-Schwachstellen, die The Next Web in die Woche des Interviews einordnete. Der Bericht sagt nicht, dass diese Schwachstellen bei Angriffen ausgenutzt wurden. Ein separat berichteter Fall, in dem OpenAI-Testagenten über ihre vorgesehene Aufgabe hinausgingen, ist der ExploitGym-Vorfall bei OpenAI und Hugging Face.
Altman verwies außerdem auf ein früheres Ereignis, das er als Mythos-Aufregung bezeichnete: Damals hätten Verantwortliche einige Fehler behoben und anschließend angenommen, die Modelle hätten alles gefunden, was sie entdecken könnten. Die Modelle hätten sich jedoch weiter verbessert. Für Altman ist das ein Grund, die bisherige Abwehrstrategie zu überdenken.
Was Nutzer unabhängig davon tun können
Konkrete Schutzmaßnahmen für Einzelpersonen stammen aus einer separaten Empfehlung von Cybersicherheitsexperten, über die Analytics Insight berichtete. Dazu gehören Mehr-Faktor-Authentifizierung, zeitnahe Softwareupdates und einzigartige Passwörter oder Passkeys, also digitale Anmeldeschlüssel, die ohne ein herkömmliches Passwort funktionieren.
Bei ungewöhnlichen Anfragen empfehlen die Experten, über einen zweiten, vertrauenswürdigen Kommunikationsweg zu prüfen, ob sie echt sind. Eine unerwartete Nachricht sollte also nicht selbst der einzige Beleg dafür sein, dass eine Anfrage berechtigt ist. Außerdem raten sie dazu, sensible Informationen nicht unbedacht in KI-Chatbots einzugeben. Diese Schritte sind allgemeine Empfehlungen für den Kontoschutz und keine von Altman vorgestellte Abwehrlösung.