Der Samsung Galaxy Z Fold8 ist vor allem dann überzeugend, wenn du unterwegs lesen, Filme schauen oder mehrere Apps nebeneinander nutzen möchtest. Das breitere Passport-Format liegt geschlossen angenehmer in der Hand als ein schmaler Falttelefon-Korpus, während sich geöffnet ein 7,6-Zoll-Bildschirm im 4:3-Format entfaltet. Dafür verlangt Samsung in Deutschland mindestens 1.999 € – und bei Apps, Kamera sowie Stiftunterstützung musst du Kompromisse akzeptieren.
Was das Passport-Format im Alltag verändert
Der Galaxy Z Fold8 misst geschlossen 81,9 × 123,9 × 9,7 mm und wiegt 201 g. Sein 5,5-Zoll-Außendisplay nutzt ein 10:16-Format und wirkt dadurch breiter und weniger schlauchförmig als bei früheren Foldable-Designs. Geöffnet stehen 161,4 × 123,9 × 4,5 mm und ein 7,6-Zoll-Innenbildschirm im 4:3-Format zur Verfügung.
Diese Form ist kein bloßer Designwechsel. Das Außendisplay lässt sich leichter mit einer Hand erreichen, auch wenn die größere Breite das Tippen mit einer Hand erschweren kann. Aufgeklappt ist das Gerät eher eine kleine Lesefläche als ein übergroßes Smartphone: Texte, Webseiten, Filme und Spiele profitieren vom fast quadratischen Panel.
Lesen, Reisen und Videos: hier spielt der Fold8 seine Stärke aus
Für Lesen und Reisen fällt das Urteil besonders positiv aus. Während eines 11-stündigen internationalen Flugs erwies sich der Galaxy Z Fold8 als bequem für heruntergeladene Filme, Serien und längere Texte. Die geöffnete Anzeige bietet dabei deutlich mehr Fläche als ein gewöhnliches Smartphone, ohne dass zusätzlich ein Tablet mitreisen muss.
Auch beim Multitasking ist der große Bildschirm sinnvoll: Browser, Dokumente und Medien lassen sich parallel nutzen. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy liefert dafür die nötige Leistung, während die beiden Displays mit bis zu 120 Hz arbeiten. Samsung gibt für beide Panels außerdem bis zu 3.000 Nits an; der Innenbildschirm besitzt eine reflexionsarme Beschichtung.
| Nutzung | Vorteil im Alltag | Grenze oder Bedingung |
| Lesen | Der geöffnete 7,6-Zoll-Bildschirm im 4:3-Format bietet viel Fläche für Texte und Webseiten. | Geschlossen ist das Außendisplay handlicher, aber das breitere Gehäuse kann einhändiges Tippen erschweren. |
| Reisen | Das Gerät eignet sich für Filme, Serien und Lesen auf langen Flügen, ohne dass ein separates Tablet nötig ist. | Der Nutzen hängt davon ab, ob du die zusätzliche Bildschirmfläche unterwegs tatsächlich verwendest. |
| Videos | Das größere Innenpanel ist für heruntergeladene Filme und Serien gut geeignet. | Nicht jede App passt ihre Oberfläche an das fast quadratische Format an. |
| Multitasking | Mehrere Fenster mit Browser, Dokumenten und Medien lassen sich parallel nutzen. | Die Vorteile zeigen sich vor allem geöffnet; geschlossen bleibt es ein normales Smartphone mit kleinerer Anzeige. |
Der Preis des Formats: Apps und Kamera
Nicht jede Anwendung kommt mit dem Innenbildschirm klar. TikTok und Instagram nutzen die zusätzliche Fläche nicht vollständig aus; manche Apps wirken geöffnet eher wie vergrößerte Smartphone-Versionen. Das schmälert den Reiz des großen Panels genau dann, wenn du soziale Netzwerke oder Kurzvideos verwendest.
Bei der Kamera spart Samsung ebenfalls an einer Stelle, die bei einem Gerät dieser Preisklasse auffällt. Auf der Rückseite sitzen eine 50-MP-Weitwinkelkamera und eine 50-MP-Ultraweitwinkelkamera, aber kein eigenes Teleobjektiv. Die adaptive Pixel-Technik ermöglicht 2-fachen Zoom in optischer Qualität; höhere Vergrößerungen sind digital. Wer häufig entfernte Motive fotografiert, bekommt beim Galaxy Z Fold8 also weniger Spielraum als bei einem Modell mit dedizierter Telekamera.
Unter anspruchsvoller Last kann das Gerät warm werden. In einem Stresstest sank die Leistung durch thermische Drosselung. Das beschreibt das Verhalten unter dieser Belastung, ist aber kein Beleg für einen allgemeinen Hardwarefehler.
Akku, S Pen und die wichtigsten technischen Daten
Der Akku besitzt eine typische Kapazität von 4.800 mAh. Samsung nennt bis zu 26 Stunden kontinuierliche Videowiedergabe unter internen Laborbedingungen. Im Alltag beschrieben Tests die Laufzeit als ungefähr einen Tag bis anderthalb Tage, abhängig von Displaynutzung und Belastung. Diese Werte stammen aus unterschiedlichen Szenarien und sind deshalb nicht direkt gleichzusetzen.
Der Galaxy Z Fold8 läuft mit Android 17 und One UI 9. Samsung verspricht bis zu sieben Generationen von Betriebssystem- und Sicherheitsupdates. Der S Pen wird dagegen nicht unterstützt – ein wichtiger Punkt, wenn du den großen Innenbildschirm für handschriftliche Notizen oder Zeichnungen nutzen möchtest.
Zur Auswahl stehen 256 GB, 512 GB und 1 TB Speicher. Die ersten beiden Varianten verfügen über 12 GB RAM, das 1-TB-Modell über 16 GB. Samsung Deutschland führt die Version mit 256 GB Speicher und 12 GB RAM für 1.999 € und zeigte sie zum Zeitpunkt der Erhebung als vorrätig.
Galaxy Z Fold8 oder Galaxy Z Fold8 Ultra?
Der Galaxy Z Fold8 Ultra ist die naheliegende Alternative, wenn dir Bildschirmgröße und Kamera wichtiger sind als kompaktere Handhabung. Er wiegt 215 g, besitzt außen ein 6,5-Zoll-Display und innen ein 8-Zoll-Display. Außerdem bietet er eine 5.000-mAh-Batterie, eine 200-MP-Weitwinkelkamera und ein 10-MP-Teleobjektiv mit 3-fachem optischem Zoom.
Der Galaxy Z Fold8 bleibt mit 201 g leichter und setzt auf das handlichere Passport-Format. Seine Stärke liegt deshalb weniger in einer maximalen Ausstattung als in der Kombination aus bequemem geschlossenem Format und großer Innenanzeige.
Für wen lohnt sich der Galaxy Z Fold8?
Der Galaxy Z Fold8 passt besonders zu dir, wenn du häufig liest, reist, Videos schaust oder unterwegs mit mehreren Fenstern arbeitest. Der Mehrwert entsteht durch den Wechsel zwischen handlicher Außenanzeige und tabletähnlicher Innenfläche – nicht durch eine einzelne Spitzen-Spezifikation.
Weniger passend ist er, wenn du eine ausgefeilte Kamera mit starkem Telezoom, vollständige App-Anpassung oder einen Eingabestift erwartest. Bei 1.999 € für die 256-GB-Version ist das ein Spezialist für bestimmte Nutzungsmuster, kein unkomplizierter Allrounder.