So funktioniert die Gesichtserkennung des iPhone X (Video)
iPhone X

Das iPhone X hat viele Gründe für seinen schwindelerregenden Preis, aber einer sticht besonders heraus: Face ID, das neue Sicherheitssystem auf Basis von Gesichtserkennung. Apple verspricht, dass Face ID nur einmal pro einer Million Versuchen versagt. Doch iFixit hat es auf die Probe gestellt und gleichzeitig erklärt, wie das System genau funktioniert.

So funktioniert Face ID

Apple gibt an, dass die Informationen zur Gesichtserkennung in einem speziellen Chip, dem sogenannten Secure Enclave, gespeichert und niemals in die Cloud übertragen werden. Face ID ist eines der wichtigsten Beispiele für biometrische Sicherheit auf dem Markt, und es ist logisch, dass es einer gründlichen Analyse unterzogen wird. Viele datenschutzbewusste Nutzer sehen in einer Lösung wie Face ID ein Warnsignal, aber wahrscheinlich werden andere Hersteller in Zukunft einen ähnlichen Weg gehen, wie es beim Verzicht auf die 3,5-mm-Klinkenbuchse bereits geschieht. Der nächste Schritt ist, Face ID auf die Probe zu stellen – aber zuerst müssen wir verstehen, wie es funktioniert.

iFixit erklärt, wie Face ID funktioniert

Die Technik hinter Face ID

iFixit erklärt es in diesem Video. Face ID basiert auf der TrueDepth-Plattform, die insgesamt sechs Komponenten kombiniert: Frontkamera, Infrarotkamera, Punktprojektor, Infrarot-Beleuchter, Umgebungslichtsensor und Näherungssensor. Die letzten beiden Sensoren geben im Wesentlichen den Takt vor. Der Beleuchter erkennt das Gesicht des Nutzers und gleicht fehlendes Umgebungslicht mit Infrarotlicht aus. Die IR-Kamera erfasst ein Infrarotbild, und der Projektor erzeugt – wie der Name schon sagt – insgesamt 30.000 Punkte auf dem Gesicht. Dadurch entsteht ein mathematisches Modell des Nutzers, das durch intensivere Nutzung aktualisiert wird und sich an verschiedene Merkmale anpasst, darunter Brillen, Haare und Bart.

Der Test von iFixit

Die große Frage ist: Kann man es überlisten? Im Video testen sie ein zweidimensionales Bild auf einem echten Gesicht – das Ergebnis war negativ. Offensichtlich enthält das mathematische Modell Tiefeninformationen, was zum zweiten Versuch führte: ein 3D-Modell des Gesichts. Der Größenunterschied ist bemerkenswert, und das reichte offenbar aus, damit Face ID das Gerät nicht entsperrt. Ehrlich gesagt waren die Tests von iFixit ziemlich schwach, aber sie geben uns eine Vorstellung davon, welche Herausforderungen Face ID in Zukunft bewältigen muss. Wir wissen, dass es weder mit Fotos noch mit teilweisen 3D-Modellen funktioniert, und es erfordert offene Augen (das verhindert unbefugte Entsperrungen bei schlafenden Personen). Seine Achillesferse sind bisher die Zwillinge.