Für SpaceX’ geplantes US-Mobilfunknetz ergäbe die geschätzte Turmmiete rund 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr, wenn alle 80.000 Standorte klassische Mobilfunkmasten wären. Verizon-Chef Daniel Schulman schätzte den Gesamtausbau separat auf 300 bis 500 Milliarden US-Dollar über sechs bis sieben Jahre.
Yahoo Finance berichtete am 26. Oktober 2026 unter Berufung auf Bloomberg, SpaceX verhandele über Zugang zu mindestens 80.000 Mobilfunkstandorten in den USA. In einem Bericht vom 23. Oktober hieß es, es sei noch nichts unterschrieben und die Gespräche seien weit von einem formellen Mietvertrag entfernt gewesen. Die Zahl beschreibt damit ein gemeldetes Verhandlungsziel, keine bereits angemieteten oder ausgebauten Standorte.
Was die Kostenschätzungen abdecken
Goldman-Sachs-Analysten veranschlagten die jährliche Miete für einen Mobilfunkmieter an einem Turm auf etwa 50.000 US-Dollar. Multipliziert mit 80.000 Standorten ergibt das 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Diese Rechnung setzt voraus, dass jeder Standort ein klassischer Mobilfunkmast ist. Über fünf bis zehn Jahre entspräche die Miete allein 20 bis 40 Milliarden US-Dollar.
| Kostengröße | Betrag und Zeitraum | Umfang und Annahmen |
| Geschätzte Miete je Mobilfunkmieter | etwa 50.000 US-Dollar pro Jahr | Durchschnittsschätzung von Goldman Sachs für einen Turmstandort |
| Miete für 80.000 Standorte | etwa 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr | Rechnerische Ableitung unter der Annahme, dass alle Standorte klassische Mobilfunkmasten sind |
| Miete über fünf bis zehn Jahre | 20 bis 40 Milliarden US-Dollar | Mietkosten allein; ohne Ausrüstung, Backhaul, Betrieb und weitere Netzinvestitionen |
| Geschätzter Gesamtausbau laut Daniel Schulman | 300 bis 500 Milliarden US-Dollar über sechs bis sieben Jahre | Schulmans zugeschriebene Gesamtschätzung für den Netzausbau |
Die Mietrechnung und Schulmans Gesamtschätzung messen unterschiedliche Kostenblöcke. Seine Zahl ist eine Einschätzung des Verizon-Chefs, kein von SpaceX genannter Projektetat. Sie umfasst einen viel breiteren Ausbaurahmen als die berechneten Turmmieten.
Warum Standorte allein noch kein Mobilfunknetz ergeben
Der berichtete US-Plan soll Starlink-Satelliten mit terrestrischer Infrastruktur verbinden: Dazu gehören niedrigfrequente Mobilfunkfrequenzen, Bodenantennen und Mobilfunkstandorte. Zusätzlich nennt der Bericht Backhaul, Glasfaser, Frequenznutzungsrechte und Kapazität im Funkzugangsnetz.
Backhaul bezeichnet die Anbindung, über die Daten von den Funkstandorten ins übrige Netz gelangen. Die Gespräche über Standorte wären deshalb nur ein Teil des geplanten Netzausbaus.
Die Zeitpläne gehen auseinander
Elon Musk nannte für den Ausbau zwei oder drei Jahre. Daniel Schulman hielt mindestens vier bis sechs Jahre für den Aufbau für nötig; seine Kostenschätzung bezog sich auf einen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren. Das sind unterschiedliche Einschätzungen zum Zeitbedarf, keine feststehenden Fertigstellungstermine.