Syncthing synchronisiert ausgewählte Ordner zwischen einem Linux-PC und einem Android-Handy, sobald beide Geräte gekoppelt und die Ordnerfreigabe eingerichtet ist. Dafür brauchst du Syncthing unter Linux und Syncthing-Fork auf Android. Entscheidend sind die gegenseitige Gerätebestätigung, die Android-Berechtigungen und ein kurzer Test mit einer Datei.

Was du brauchst

  • Einen Linux-Rechner mit Zugriff auf die Paketquellen deiner Distribution.
  • Ein Android-Gerät, auf dem du Syncthing-Fork installieren kannst.
  • Einen Ordner, den du auf beiden Geräten synchronisieren möchtest.

Syncthing gleicht Änderungen in freigegebenen Ordnern zwischen den gekoppelten Geräten ab. Die Dateien liegen auf den beteiligten Geräten; synchronisiert wird nur, was du freigibst.

Syncthing unter Linux einrichten

  1. Installiere Syncthing aus den Paketquellen deiner Distribution. Unter Debian oder Ubuntu lautet der dokumentierte Befehl sudo apt install syncthing. Für Arch-basierte Systeme zeigt die Anleitung von DistroTube sudo pacman -S syncthing.
  2. Richte den automatischen Start des Dienstes ein. Für ein systemd-System zeigt DistroTube den Befehl sudo systemctl enable --now syncthing@username.service. Ersetze username durch den Namen deines Linux-Kontos. Damit wird der Dienst gestartet und für den Systemstart aktiviert.
  3. Öffne die lokale Weboberfläche. Rufe im Browser http://127.0.0.1:8384 auf. Dort kannst du die Geräte-ID als QR-Code anzeigen lassen, den du für die Kopplung brauchst.

Syncthing-Fork auf Android vorbereiten

  1. Installiere Syncthing-Fork. Das aktuelle Projekt beschreibt die App als Android-Wrapper und verweist auf eigene Builds unter Releases und F-Droid. Das Projekt unterscheidet sich von der früheren offiziellen Android-App, die es als veraltet bezeichnet.
  2. Erteile die benötigten Berechtigungen und richte den Hintergrundbetrieb ein. Die Android-Einrichtung sieht All Files Access und Benachrichtigungen vor; außerdem soll die Akkuoptimierung für Syncthing-Fork deaktiviert werden, damit Android den Dienst nicht im Hintergrund anhält. All Files Access kann der App erlauben, Dateien auf dem Gerät oder angeschlossenen Speichermedien zu lesen, zu ändern und zu löschen.

Geräte koppeln und einen Ordner freigeben

Der englischsprachige Screencast von DistroTube zeigt Installation, QR-Kopplung, gegenseitige Bestätigung, Ordnerfreigabe und den automatischen Start mit systemd.
  1. Scanne den QR-Code des Linux-Geräts mit Syncthing-Fork. Damit fügst du die Geräte-ID des Linux-Rechners in der Android-App hinzu.
  2. Bestätige die Geräteverbindung auf beiden Seiten. Syncthing verlangt die Annahme der Kopplung auf dem jeweils anderen Gerät.
  3. Gib den gewünschten Ordner auf Linux frei. Wähle den Ordner in der Weboberfläche aus und teile ihn mit dem Android-Gerät.
  4. Nimm die Freigabe auf Android an. Wähle dort den Speicherort für den freigegebenen Ordner.

Der englischsprachige Screencast von DistroTube zeigt die Linux-Installation, die QR-Kopplung, die gegenseitige Bestätigung, eine Ordnerfreigabe und den automatischen Start mit systemd. Der Ersteller zeigt dabei nicht im Detail den Android-Bildschirm.

Synchronisierung prüfen

Lege eine harmlose Testdatei in den freigegebenen Ordner und prüfe, ob sie auf dem zweiten Gerät erscheint. So kontrollierst du, ob die Kopplung und genau diese Ordnerfreigabe funktionieren.

Dateien schützen und ältere Versionen behalten

Bei einem systemweiten Syncthing-Dienst kann die Standard-umask dazu führen, dass neu empfangene Dateien für alle lokalen Nutzer lesbar sind. Die ArchWiki dokumentiert UMask=0077 als restriktiveres Beispiel für einen systemd-Drop-in. Die Einstellung betrifft neu angelegte Dateien; vorhandene Dateien brauchen eine separate Anpassung.

Für den Fall, dass Dateien überschrieben oder gelöscht werden, empfiehlt Linuxiac Syncthings Dateiversionierung mit Simple File Versioning und drei aufzubewahrenden Versionen. Das ist eine zusätzliche Wiederherstellungsoption, keine Standardeinstellung, die für jede Installation gilt.

Wenn Linux und Android einander nicht finden

Prüfe zuerst, ob dein Router die Geräte durch AP- oder Client-Isolation voneinander trennt. Kontrolliere dann, ob beide Geräte im selben Subnetz sind und einander erreichen können. Firewall-Regeln und blockierter Multicast-Verkehr können ebenfalls die lokale Erkennung stören.

In einem Syncthing-Forum empfahl ein Antwortender am 19. Mai 2021, diese Netzwerkeinstellungen zu prüfen. Der ursprüngliche Fragesteller berichtete, dass fest eingetragene Geräteadressen sein Problem lösten. Das war eine Lösung für diesen Einzelfall.

Kurzcheck

  • Syncthing läuft unter Linux und die Weboberfläche ist erreichbar.
  • Syncthing-Fork darf auf die benötigten Dateien zugreifen und im Hintergrund laufen.
  • Beide Geräte haben die Kopplung und Ordnerfreigabe angenommen; die Testdatei erscheint auf dem zweiten Gerät.