Das Problem mit App-Berechtigungen
Was den Schutz der Nutzerdaten betrifft, lassen herkömmliche Mobilgeräte einiges zu wünschen übrig. Die meisten Optimierungen konzentrieren sich darauf, unbefugten Zugriff auf die Hardware zu verhindern, tun aber wenig im Hinblick auf App-Berechtigungen und die unabhängige Kontrolle ihrer Module. Das neue Taiga-Smartphone von InfoWatch Group will das ändern, indem es die Datensammlung durch Apps direkt blockiert und eine deutlich strengere Inhaltsverwaltung bietet.
Jedes Mal, wenn wir eine App auf einem Android-Smartphone oder -Tablet installieren, werden wir um eine Berechtigung zum Zugriff auf bestimmte Funktionen gebeten. Wenn wir nicht einverstanden sind, ist die einzige Option, die App komplett abzulehnen, es sei denn, das Betriebssystem ermöglicht eine präzise Verwaltung dieser Berechtigungen. Diese Verwaltung ist in modernen Android-Versionen verfügbar, löst aber nur einen Teil des Problems. Einige Apps sammeln Informationen, um „die Benutzererfahrung zu verbessern“, „Dienste zu optimieren“ oder etwas Ähnliches, und es gibt Umgebungen, die sich einen Datenverlust, ob versehentlich oder böswillig, nicht leisten können. Auf diese Umgebungen zielt Taiga, das neue Smartphone von InfoWatch Group.
Die Strategie von InfoWatch
Hinter dem Taiga steckt ein sehr interessantes Detail. InfoWatch Group hat Natalya Kaspersky an der Spitze, die Ex-Frau von Eugene Kaspersky und ehemalige CEO von Kaspersky Lab, deren Software kürzlich in US-Bundesbehörden verboten wurde. Die Strategie von InfoWatch ist es, die ersten 50.000 Taiga an Mitarbeiter russischer Unternehmen mit staatlicher Beteiligung zu liefern. Das bedeutet, dass der Durchschnittsnutzer warten muss, um eines dieser Smartphones zu erhalten, aber InfoWatch hat gerade Büros in Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten eröffnet, und es ist wahrscheinlich, dass das Taiga dort zuerst debütiert. Nach den verfügbaren Informationen kann das Taiga jegliche Datenextraktion im Hintergrund erkennen und abfangen und außerdem den Zugriff auf Funktionen wie Kamera, Mikrofon, GPS, Speicherkarte, WLAN, Bluetooth und mobiles Internet blockieren. Die Ausführung von Apps wird durch Whitelists und Blacklists reguliert, während ein integrierter „Agent“ IT-Administratoren beim Schutz jedes Telefons unterstützt.
Technische Daten
Das Taiga-Smartphone hat ein 5-Zoll-Display, einen Quad-Core-MediaTek-SoC, 2 GB RAM, 16 GB internen Speicher, einen microSD-Kartenslot und Dual-SIM-Unterstützung. Das Betriebssystem ist ein „Fork“ von Android 6.0, was bedeutet, dass Nutzer Apps wie Gmail oder Facebook ausführen können, ohne dass Daten durchsickern – jedenfalls in der Theorie. Es gibt noch keine Neuigkeiten zum Preis, aber Gerüchte deuten auf einen Durchschnittspreis von 250 Dollar hin.