Am 2. Oktober 2026 wurden Ergebnisse einer Analyse von 53 TikTok-Videos zu Paracetamol und Autismus veröffentlicht. Die Beiträge, die zwischen September und November 2025 erschienen, machten 28,3 Prozent der untersuchten Videos aus, vereinten aber 52,4 Prozent ihrer insgesamt 28,13 Millionen Aufrufe.

Was die TikTok-Analyse ergab

Die Forschenden ordneten 52,8 Prozent der 53 Videos als mit dem Forschungsstand vereinbar ein. 28,3 Prozent stuften sie als Falschinformationen ein; 18,9 Prozent bewerteten sie als gemischt oder unsicher. Zwei Personen codierten die Videos unabhängig voneinander.

Die Prozentwerte beziehen sich auf unterschiedliche Größen: Die 28,3 Prozent beschreiben den Anteil der als Falschinformation eingestuften Videos, die 52,4 Prozent deren Anteil an allen Aufrufen der Stichprobe.

Falschinformationen erzielten einen größeren Anteil der Aufrufe

In der untersuchten Stichprobe entfielen auf die als Falschinformation eingestuften Videos mehr als die Hälfte aller Aufrufe. Ihr Anteil an den Videos selbst lag dagegen bei etwas mehr als einem Viertel.

MessgrößeAnteilBezugsgröße
Als Falschinformation eingestufte Videos28,3 %53 untersuchte Videos
Aufrufe dieser Videos52,4 %28,13 Millionen Aufrufe der Stichprobe

Was die Analyse über TikToks Empfehlungssystem aussagt

Die Forschenden interpretierten die größere Reichweite als Verstärkung durch TikToks Algorithmus. Die Querschnittsanalyse belegte jedoch nicht, dass das Empfehlungssystem den Unterschied bei den Aufrufen verursacht hat. Die Zahlen beschreiben die ausgewählten Videos und ihre Reichweite, nicht sämtliche Inhalte auf TikTok.

Die frühere Stellungnahme der FDA

Am 22. September 2025 teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA mit, sie habe ein Verfahren zur Änderung der Kennzeichnung von Paracetamol-Produkten eingeleitet. Die Behörde verwies auf Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme während der Schwangerschaft und neurologischen Erkrankungen wie Autismus und ADHS. Zugleich erklärte sie, ein ursächlicher Zusammenhang sei nicht belegt, und verwies auf Studien mit gegenteiligen Ergebnissen.