Wenige Dinge sind so gefährlich wie ein fehlerhaftes Update in einem Antivirenprogramm. Wenn die Erkennungs-Engine beginnt, legitime Systemdateien zu löschen oder unter Quarantäne zu stellen, muss der durchschnittliche Nutzer über Glasscherben laufen und darauf hoffen, keine Daten zu verlieren. Diesmal war es Webroot, das einen hektischen Montag erlebte, nachdem Hunderte von Berichten eintrafen, dass das neueste Update seines Antivirus falsch positive Ergebnisse auf Windows-Dateien geliefert und Facebook als Phishing-Portal identifiziert hatte.
„Die KI von Webroot wurde ‚full Skynet‘. Ihre endgültige Lösung ist, dass es keine Malware geben kann, wenn es kein Windows gibt“, sagte ein Nutzer auf Twitter. Und wenn man den Berichten folgt, ist genau das passiert. Die Idee, dass ein Antivirus ein fehlerhaftes Update erhält und legitime Dateien markiert, ist nicht neu. Das passierte AVG, das passierte Avast (das AVG kaufte), das passierte Sophos … und wir gehen davon aus, dass es so weitergeht, solange es Antivirensoftware als Sicherheitslösung gibt. In den letzten Monaten wurde der Nutzen von Antivirenprogrammen von Drittanbietern stark infrage gestellt, angeführt von Ingenieuren von Mozilla und Google. Und so kehren wir zu Webroot zurück, dessen letztes Update ihm wortwörtlich ins Gesicht explodierte.
Webroot begann, Hunderte von Windows-Dateien, die für das einwandfreie Funktionieren des Systems notwendig sind, unter Quarantäne zu stellen, infiziert mit der Bezeichnung W32.Trojan.Gen, klassisch bei falsch-positiven Ergebnissen. Dies erstreckte sich auch auf Builds im Insider-Programm, Hunderte von Anwendungen und viele Websites, die als Phishing-Portale markiert wurden, darunter Facebook und Bloomberg. Der offizielle Thread in den Webroot-Foren erreichte bereits 22 Seiten, obwohl der Fehler in der Datenbank laut Unternehmen (de acuerdo a la compañía) nur dreizehn Minuten aktiv war.
Webroot arbeitet an einem universellen Tool zur Reparatur betroffener Systeme (noch ohne Veröffentlichungsdatum), aber es gibt Leute, die sich den Luxus des Wartens nicht leisten können. Aufgrund der Größe des Fehlers reichen die Empfehlungen von der vollständigen Deaktivierung von Webroot und der Wiederherstellung des Quarantänematerials bis hin zur Deinstallation des Antivirus im abgesicherten Modus und der manuellen Wiederherstellung der betroffenen Dateien. An die betroffenen Nutzer: Geduld. Die gute Nachricht ist, dass man es rückgängig machen kann. Die schlechte ist, dass es Zeit braucht.