Am 13. Oktober 2026 veröffentlichte XBOW einen Bericht über eine mit GPT-5.6 Sol unterstützte Chrome-Exploitkette, die das Team nach eigenen Angaben vom 2. bis 7. August entwickelt hatte. Bei einer kontrollierten Vorführung in einer signierten Version von Chrome Beta startete eine Webseite den Windows-Taschenrechner. XBOW beschreibt das als Proof of Concept für Codeausführung auf dem Windows-Rechner – nicht als Angriff auf Chrome-Nutzer. XBOW Labs erläutert die drei Stufen und die Vorführung.

Drei Schwachstellen verbanden Chrome-Komponenten

XBOW zufolge begann die Kette mit einem Fehler in Maglev, dem Optimierungscompiler der JavaScript-Engine V8. Er ermöglichte laut dem Unternehmen Lese- und Schreibzugriffe im sogenannten Pointer-Compression-Cage von V8, einem geschützten Speicherbereich. Eine Schwachstelle bei der Verarbeitung animierter WebP-Bilder in Blink, der Rendering-Engine von Chrome, erlaubte anschließend einen gezielten Schreibzugriff außerhalb dieses Bereichs. Im dritten Schritt ermöglichte ein Fehler in Crashpads Umgang mit Prozessspeicher unter Windows Codeausführung im nicht von der Chrome-Sandbox geschützten Crashpad-Prozess.

Die Stufen erfüllten unterschiedliche Aufgaben: Der erste Fehler verschaffte Zugriff innerhalb von V8s Speicherbereich, der zweite führte darüber hinaus, und der dritte brachte die Ausführung in den Crashpad-Prozess. Erst ihr Zusammenspiel ergab die von XBOW beschriebene vollständige Kette.

GPT-5.6 Sol half mit, Forschende steuerten die Arbeit

XBOW zufolge durchsuchten GPT-5.6 Sol und Vorgängermodelle den Chrome-Quellcode, prüften Hypothesen, erstellten Proofs of Concept und entwickelten Exploit-Stufen. Die Forschenden bestimmten die Ziele, lieferten Kontext, kontrollierten und lenkten die Ergebnisse und entschieden, welche Komponenten zusammengeführt wurden. In seiner Ankündigung beschreibt XBOW diese Aufgabenteilung.

Für einen früheren Ansatz hatte Google dem Team laut XBOW mitgeteilt, dass eine Komponente bereits bekannt sei. Das Team verwarf diesen Weg und ersetzte die betreffende Stufe; alternative, modular aufgebaute Komponenten halfen dabei. XBOW bezifferte die API-Gebühren für die sechstägige Arbeit auf rund 40.000 US-Dollar. Nach Angaben des Unternehmens erhielt es von Google außerdem eine Prämie von 250.000 US-Dollar für die Kette.

XBOWs Rat an Chrome-Nutzer

XBOW erklärte, Google habe alle drei Fehler behoben, und empfahl, Chrome zu aktualisieren und den Browser anschließend neu zu starten, damit das Update wirksam wird.