Yandex nahm am 29. Oktober 2026 seine Umsatz- und bereinigte-EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr zurück. Im Zeitraum Juli bis September waren beide Kennzahlen gegenüber dem Vorjahresquartal um 12 Prozent gestiegen. Yandex begründete den Schritt mit zusätzlichen externen Faktoren, die den Ausblick auf den Rest des Jahres erschwerten.
Die früheren Jahresziele und die Q3-Zahlen
Yandex hatte für 2026 rund 20 Prozent Umsatzwachstum und 350 Milliarden Rubel bereinigtes EBITDA in Aussicht gestellt. Frontier zufolge meldete das Unternehmen für das dritte Quartal 410,6 Milliarden Rubel Umsatz und 87,8 Milliarden Rubel bereinigtes EBITDA.
| Kennzahl | Zurückgezogenes Jahresziel 2026 | Ergebnis des 3. Quartals 2026 |
| Umsatz | rund 20 Prozent Wachstum im Gesamtjahr | 410,6 Milliarden Rubel; 12 Prozent mehr als im Vorjahresquartal |
| Bereinigtes EBITDA | 350 Milliarden Rubel im Gesamtjahr | 87,8 Milliarden Rubel; 12 Prozent mehr als im Vorjahresquartal |
EBITDA bezeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die bereinigte EBITDA-Marge lag im dritten Quartal laut Frontier bei 21,4 Prozent, gegenüber 21,3 Prozent im Vorjahresquartal.
Das dritte Quartal umfasst Juli bis September. Die zwischen dem 8. und 11. Oktober gemeldeten Drohnenangriffe auf Yandex-Rechenzentren folgten danach. Ihr finanzieller Einfluss war laut den Berichten nicht in den Q3-Zahlen enthalten. Die Rücknahme der Jahresziele wurde mit den Angriffen in Verbindung gebracht; Yandex selbst verwies auf zusätzliche externe Faktoren.
Was das frühere Umsatzziel im vierten Quartal verlangt hätte
Frontier bezifferte Yandex’ Umsatz in den ersten neun Monaten auf 1.169,6 Milliarden Rubel, 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Umsatzwachstum hatte sich laut Frontier im Jahresverlauf verlangsamt: von 22 Prozent im ersten Quartal auf 16 Prozent im zweiten und 12 Prozent im dritten.
Frontier errechnete, dass Yandex im vierten Quartal 560 Milliarden Rubel Umsatz gebraucht hätte, um das frühere Jahresziel von rund 20 Prozent Wachstum zu erreichen. Das entspräche einem Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Diese Rechnung stammt von Frontier und ist keine neue Prognose von Yandex. Sie zeigt, dass das alte Ziel schon vor den Oktoberangriffen eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Q3-Wachstum verlangt hätte.
Welche Betriebsdetails zu den Angriffen gemeldet wurden
Die Angriffe betrafen laut Frontier Rechenzentren in Sasovo, Kaluga und Wladimir. NeoTeo hatte zuvor über die gemeldeten Angriffe auf die Rechenzentren in Sasovo und Kaluga berichtet.
Frontier zufolge teilte der Pressedienst von Yandex am 26. Oktober mit, alle drei Supercomputer seien unbeschädigt, verlegt und würden an neuen Standorten wieder eingesetzt. Für den beschädigten Standort in Wladimir eröffnete Yandex Cloud laut Frontier am 23. Oktober eine Ersatz-Verfügbarkeitszone, zunächst mit begrenzter Kapazität.