Ein ‚3D-Drucker‘, der keiner ist

Ja, ich weiß, ich bin Spartacus – aber bewahrt eure Fackeln. Die technischen Details des Projekts zeigen, dass es sich „nicht“ um einen 3D-Drucker handelt und nichts „druckt“, sondern eher mit einer CNC-Bohrmaschine vergleichbar ist. Doch sein Schöpfer Timo Birnschein gibt zu, sich stark von 3D-Druckern inspirieren zu lassen, so sehr, dass man es mit einer Variante der RepRap-Drucker verwechseln könnte. Die zwei guten Nachrichten sind, dass es weniger als 200 Dollar kostet (ohne die Bohrmaschine) und eine beeindruckende Präzision besitzt. Die schlechte: Es ist kein Bausatz und der Aufbau bringt einige Herausforderungen mit sich.

„3D-Drucker“ für Zuhause zur Herstellung von Leiterplatten
CNC

Eine der günstigsten Methoden, Leiterplatten zu Hause herzustellen, beinhaltet ein Bügeleisen, Zeitschriftenpapier und etwas Säure. Das funktioniert zwar hervorragend für den gelegentlichen Bau, aber wer das Produktionstempo erhöhen möchte, muss nach anderen Optionen suchen, denn der Umgang mit Säure und das manuelle Bohren aller Löcher wird schnell mühsam. In vielen Regionen der Welt stellen Elektronikbegeisterte ihre PCBs nicht einmal mehr selbst her, sondern bestellen sie über das Internet zu einem recht vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber der DIY-Weg ist vielfältig und passt sich fast jeder Hürde an. Timo Birnschein beschloss, die Kombination aus Bügeleisen, Papier, Säure und Bohren an der Wurzel zu beseitigen, und das Ergebnis ist eine hochpräzise CNC-Plattform mit integrierter Bohrmaschine.

„3D-Drucker“ für Zuhause zur Herstellung von Leiterplatten
Wir würden das gerne als Bausatz sehen...

Kosten und offizielle Anleitung

Der positivste Aspekt dieses Designs sind die Kosten. In manchen Fällen kann DIY das Budget sprengen, aber wenn man die Bohrmaschine und die wichtigsten Zubehörteile beiseite lässt, hat Birnschein seine CNC-Plattform für weniger als 200 Dollar realisiert. Auf der offiziellen Seite gibt es die vollständige Teilliste, Materialempfehlungen (man sollte möglichst hochwertiges Sperrholz verwenden), die Empfehlung, einen Laserschneider zu verwenden (nicht zwingend, aber es bringt viel Komfort), sowie den gesamten Software-Aspekt, der frei und kostenlos zugänglich ist.

„3D-Drucker“ für Zuhause zur Herstellung von Leiterplatten
Eines der veröffentlichten Beispiele. Nicht schlecht!

Nichts für Anfänger

Trotz der gesamten Dokumentation ist diese CNC-Plattform zur Herstellung von Leiterplatten keine Idee für Anfänger. Sie erfordert Arduino-Kenntnisse, viel Geduld beim Kalibrieren und eine hochwertige Bohrmaschine. Birnschein empfiehlt die Verwendung von Dremel nicht, weil deren Spannzangen nicht präzise genug sind. Wer es jedoch bis zum Ende schafft, erhält im Gegenzug sehr saubere, perfekt gebohrte Leiterplatten – ohne Chemikalien anzufassen.

Offizielle Website: