Eine am 25. Oktober 2026 veröffentlichte Untersuchung von Haaretz berichtet, dass alte alarmierende Beiträge erneut in Empfehlungsfeeds auftauchten. Sechs fiktive israelische Profile sahen laut der Zeitung während knapp vier Monaten im Schnitt zwei alarmierende Videos pro Woche. Haaretz schätzte Hunderte solcher Fälle.

Für 13.000 der 80.000 protokollierten Beiträge ließ sich ein Veröffentlichungsdatum feststellen. Das sind 16,25 Prozent der erfassten Posts. Die Schätzung beruht auf diesem datierbaren Teil.

Ein Raketenalarm tauchte Wochen später wieder auf

Haaretz beschreibt ein Video, in dem ein Sprecher der israelischen Streitkräfte einen Raketenangriff aus Iran ankündigte. Das Video erschien laut der Untersuchung zunächst am 7. Juni und später erneut in Feeds. Ein Profil sah es zwei Wochen später auf Instagram, ein weiteres drei Wochen danach auf TikTok. Am 5. September tauchte es laut Haaretz erneut auf, 90 Tage nach der ersten Veröffentlichung. Die Jahre nennt der Bericht für diese Daten nicht.

Das Video zeigte kein Datum und konnte dadurch aktuell wirken. Haaretz berichtet außerdem von älteren Beiträgen über Angriffe, getötete Soldaten und Raketenbeschuss, die ebenfalls Wochen später wieder in Feeds erschienen.

So zählte Haaretz die wiederkehrenden Beiträge

Die sechs fiktiven Profile hatten jeweils Konten bei Facebook und TikTok; vier davon auch bei Instagram. Sie scrollten knapp vier Monate durch ihre Feeds. Ein KI-System protokollierte die Beiträge und verglich, wann sie ursprünglich veröffentlicht und wann sie angezeigt wurden. Haaretz zählte einen Beitrag als wiederkehrend, wenn er mindestens 14 Tage nach seiner ersten Veröffentlichung erneut erschien, und prüfte die automatisierten Treffer nach eigenen Angaben manuell.

Von 80.000 protokollierten Beiträgen ließ sich bei 13.000 ein Datum feststellen. Haaretz nutzte diesen Teil der Daten, um die Zahl alarmierender wiederkehrender Beiträge auf Hunderte hochzurechnen. Der Anteil von 16,25 Prozent beschreibt, für wie viele Posts ein Datum ermittelt werden konnte.

Die meisten alarmierenden Beispiele betrafen Facebook und TikTok

Haaretz ordnete den Großteil der alarmierenden Beispiele Facebook und TikTok zu. Die Untersuchung bezog zwar Instagram-Konten von vier Profilen ein, doch der Bericht nennt keine separate Häufigkeit für diese Plattform.

TikTok erklärte, seine Empfehlungen richteten sich nach den persönlichen Vorlieben und Interaktionen der Nutzerinnen und Nutzer. Das Unternehmen bezeichnete Schlussfolgerungen aus wenigen subjektiv beobachteten Konten als methodisch fehlerhaft.