Amazon teilte einem Richter am 20. Oktober 2026 mit, dass das Unternehmen eine Einigung mit den früheren AWS-Immobilienmanagern Carl Nelson und Casey Kirschner sowie dem Anwalt Rodney Atherton erzielt habe. GeekWire berichtete am 24. Oktober darüber. Nelson und Kirschner räumten persönliche Zahlungen im Zusammenhang mit Datacenter-Geschäften ein, die sie für Amazon betreut hatten. Die übrigen Vergleichsbedingungen blieben vertraulich.

Was die Einigung umfasst

Die gemeinsame Erklärung bezeichnete die Zahlungen weder als Bestechungsgelder noch als rechtswidrig. Amazon bewertete das Verhalten als Verstoß gegen den Verhaltenskodex des Unternehmens. Die Einigung bezog sich auf die Ansprüche gegen Nelson, Kirschner und Atherton.

Der Streit mit Northstar ging weiter

Amazon warf Northstar Commercial Partners vor, sich Aufträge für Datacenter-Projekte durch Bestechungszahlungen an Nelson und Kirschner verschafft zu haben. Brian Watson, ein führender Vertreter von Northstar, bestritt diesen Vorwurf. Amazon hatte Northstar zwischen 2018 und 2020 mit neun Datacenter-Projekten im Norden Virginias beauftragt.

Laut GeekWire waren die Ansprüche gegen Watson und Northstar weiterhin anhängig. Der Bericht vom 24. Oktober nannte den 2. November 2026 als geplanten Prozessbeginn.

Der Verfahrensweg

Im April 2023 wies ein Bundesrichter die meisten Ansprüche Amazons ab. Im September 2025 ließ das Berufungsgericht des 4. US-Bezirks mehrere Ansprüche, darunter solche wegen Betrugs und nach dem US-RICO-Gesetz, wieder zu und verwies den Fall zurück. Damit konnten diese Ansprüche weiter vor Gericht verhandelt werden.

Eine Reddit-Diskussion zu Prime-Erstattungen bezog sich auf ein separates FTC-Verfahren zur Anmeldung und Kündigung von Prime-Abos. Sie betraf nicht den AWS-Streit um Datacenter-Verträge.