Android kann Passwörter und Passkeys zwischen kompatiblen Passwortmanagern auf demselben Gerät übertragen. Der entscheidende Unterschied zum alten Verfahren: Die Zugangsdaten müssen nicht erst in einer unverschlüsselten CSV-Datei landen. Der direkte Transfer ist für Android 8 beziehungsweise API 26 und höher dokumentiert und setzt voraus, dass sowohl Quelle als auch Ziel die Credential Transfer API unterstützen.

Android macht den Wechsel des Passwortmanagers sicherer

Was Android jetzt überträgt

Die Credential Transfer API ist eine systemkoordinierte Schnittstelle für den Austausch zwischen zwei Anbietern. Sie ist nicht als allgemeiner Export auf ein beliebiges Gerät gedacht, sondern für die Übertragung vom Quell- zum Zielanbieter auf demselben Android-Gerät.

Im Mittelpunkt stehen Passwörter und Passkeys. Passkeys sind anstelle eines klassischen Passworts verwendete kryptografische Anmeldedaten, mit denen sich ein Konto beispielsweise über die Gerätesperre freischalten lässt. Google hat die neue Übertragung am 10. September 2026 angekündigt.

Android erkennt kompatible Anbieter auf dem Gerät, zeigt mögliche Quellen an und führt den Nutzer anschließend zur Prüfung und Freigabe zurück in den bestehenden Anbieter. Die technische Dokumentation beschreibt den Ablauf so, dass rohe Zugangsdaten nicht an Android oder nicht authentifizierte Apps offengelegt werden.

Welche Passwortmanager zum Start genannt wurden

Google nannte zum Start vier Anbieter für die neue Übertragung: Google Password Manager, 1Password, Bitwarden Password Manager und Dashlane. Für einen direkten Wechsel reicht es dabei nicht, dass nur eine Seite die Schnittstelle unterstützt. Quell- und Zielanbieter müssen den jeweiligen Transfer implementieren.

Das ist der praktische Knackpunkt: Die API macht einen standardisierten Weg möglich, ersetzt aber nicht die Unterstützung durch die beteiligten Apps. Ein Passwortmanager, der nicht am direkten Transfer teilnimmt, erscheint möglicherweise nicht als auswählbare Quelle oder als Ziel.

So läuft der direkte Transfer ab

Android macht den Wechsel des Passwortmanagers sicherer

Der Vorgang beginnt im Passwortmanager, den du künftig verwenden möchtest – also im Zielanbieter. Der grundlegende Ablauf sieht so aus:

  1. Öffne im Zielanbieter die Funktion zum Importieren oder Kopieren von Zugangsdaten.
  2. Android zeigt kompatible Anbieter an, die auf dem Gerät registriert sind.
  3. Wähle den Quellanbieter aus.
  4. Prüfe die angeforderten Daten und bestätige die Übertragung.
  5. Authentifiziere dich beim jeweiligen Anbieter, etwa mit PIN oder Biometrie, sofern dieser das verlangt.

Du startest den Transfer also nicht mit einem losgelösten Dateiexport, sondern aus dem Ziel-Passwortmanager heraus. Genau das nimmt dem Wechsel einen besonders fehleranfälligen Zwischenschritt.

Direkter Transfer oder CSV-Datei?

Ein älterer Android-Ablauf zeigt den Export von Passwörtern in eine CSV-Datei und den anschließenden manuellen Import.

Der klassische Weg exportiert Zugangsdaten in eine lokale Datei und importiert diese anschließend beim anderen Anbieter. Eine solche CSV-Datei ist lesbar und kann sensible Passwörter enthalten. Wer sie verwendet, muss sie nach dem Import vollständig vom Gerät und aus weiteren Ablageorten entfernen.

Der direkte Android-Transfer verschiebt die Daten dagegen von Anbieter zu Anbieter, ohne diesen unverschlüsselten Dateischritt. Das ist eine wichtige Sicherheitsverbesserung – aber keine Garantie dafür, dass jedes einzelne gespeicherte Objekt oder jede App-Konstellation gleich behandelt wird.

MerkmalDirekter Android-TransferKlassischer CSV-Import
ÜbertragungswegAnbieter-zu-Anbieter-Transfer auf demselben GerätExport in eine lokale Datei und anschließender Import
Umgang mit ZugangsdatenDer Ablauf ist darauf ausgelegt, rohe Zugangsdaten Android oder nicht authentifizierten Apps nicht offenzulegenZugangsdaten liegen in einer lesbaren Datei vor
StartpunktImport- oder Kopierfunktion des ZielanbietersExportfunktion des Quellanbieters
PasskeysWerden von der neuen Übertragung unterstützt, sofern die beteiligten Anbieter den jeweiligen Datentyp einbeziehenLassen sich nicht zuverlässig in einer herkömmlichen Passwort-CSV abbilden
VoraussetzungenQuelle und Ziel müssen den direkten Transfer unterstützenDer Zielanbieter muss das jeweilige CSV-Format oder einen passenden Import unterstützen
AufwandAnbieter auswählen, Daten prüfen und Übertragung freigebenDatei exportieren, verschieben oder auswählen, importieren und anschließend sicher löschen

Die Grenzen: Anbieter und Datentypen entscheiden

Die Android-Dokumentation definiert neben Passwörtern und Passkeys weitere mögliche Datentypen. Dazu gehören unter anderem Adressen, Zahlungskarten, sichere Notizen, Dateien, TOTP-Geheimnisse, SSH-Schlüssel und benutzerdefinierte Felder. Als Austauschformat dient das FIDO Credential Exchange Format, kurz CXF.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Anbieterpaar automatisch all diese Daten überträgt. In der Praxis können Passkeys, Anhänge, Organisations-Tresore, verborgene Felder oder Zwei-Faktor-Daten je nach Quell- und Zielanbieter unterschiedlich behandelt werden. Die API legt den Rahmen fest; welche Kategorien eine konkrete App tatsächlich übernimmt, hängt von deren Implementierung ab.

Die dokumentierte Mindestanforderung liegt bei Android 8 beziehungsweise API 26. Die Bereitstellung über Google Play Services wurde als Teil des neuen Ablaufs berichtet; ein vollständiges Betriebssystem-Update soll dafür nicht erforderlich sein. Die beteiligten Passwortmanager müssen die Funktion trotzdem unterstützen.

Was du vor dem Wechsel prüfen solltest

Bevor du den alten Passwortmanager löschst, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme:

  • Unterstützen beide Anbieter den direkten Transfer? Quelle und Ziel sind gleichermaßen wichtig.
  • Sind Passkeys enthalten? Die allgemeine Unterstützung der Übertragung sagt nicht, dass jeder einzelne Passkey übernommen wird.
  • Gibt es Anhänge, sichere Notizen oder benutzerdefinierte Felder? Diese Datentypen können zwischen Apps unterschiedlich behandelt werden.
  • Verwendest du Organisations- oder Team-Tresore? Solche Bereiche können getrennt von persönlichen Daten verwaltet werden.
  • Funktioniert die Anmeldung danach wie erwartet? Prüfe wichtige Konten, Autofill und die Zwei-Faktor-Anmeldung, bevor du den alten Tresor entfernst.

Wenn ein Anbieter nicht am direkten Transfer teilnimmt, bleibt der manuelle Import oder der unverschlüsselte CSV-Export als Ausweichroute. Die CSV-Methode funktioniert zwar als Dateiaustausch, setzt deine Zugangsdaten aber unnötig einer lesbaren Zwischenablage aus.

Android macht den Wechsel von Passwortmanagern damit deutlich eleganter: Passwörter und Passkeys können direkt zwischen kompatiblen Anbietern wandern, statt als offene Datei durch den Gerätespeicher zu reisen. Der Wechsel ist aber erst dann wirklich reibungslos, wenn beide Apps und die benötigten Datentypen zusammenspielen.