Anthropic, PBC reichte am 26. Oktober 2026 ein Form S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Der SEC-Index führt die Unterlage als vorläufigen Prospekt. Ein Form S-1 ist eine Registrierungserklärung für einen geplanten Börsengang und damit ein Verfahrensschritt. Der SEC-Indexeintrag nennt das Datum und die Form der Einreichung.
Laut damaliger Berichterstattung hatte Anthropic bereits am 1. Juni 2026 vertraulich einen Entwurf eingereicht. NeoTeo berichtete über diesen früheren Schritt.
Umsatz, Rechenkosten und Buchverlust
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Anthropic laut WSJ-News-Reporterin Anissa Gardizy 16,3 Milliarden US-Dollar Umsatz, nach 1,1 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2025. Gardizy bezifferte die Rechenkosten für das erste Halbjahr 2026 auf 9 Milliarden US-Dollar.
Ein Nachrichtenbericht, der im Reddit-Forum r/technology zitiert wurde, bezifferte Anthropic zufolge den Nettoverlust im ersten Halbjahr 2026 auf 80,7 Milliarden US-Dollar. Rund 72 Milliarden US-Dollar davon seien überwiegend nicht zahlungswirksame Bilanzanpassungen gewesen. Gardizy erklärte, der größte Teil des Verlusts sei auf Anpassungen im Zusammenhang mit früheren Finanzierungen zurückzuführen.
Ein bilanzieller Nettoverlust und der Zahlungsmittelabfluss sind unterschiedliche Größen. Nicht zahlungswirksame Anpassungen können das ausgewiesene Ergebnis verändern, ohne dass in derselben Höhe Geld ausgegeben wird. Die Finanzberaterin Tess Waresmith bezifferte Anthropic gegenüber USA TODAYs Berichterstattung zufolge auf mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Verpflichtungen für Rechenleistung. Verpflichtungen dieser Art sind keine bereits geleisteten Ausgaben.
Eine Bewertung von zwei Billionen Dollar bleibt Spekulation
USA TODAY ordnete eine mögliche Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar als Investorenspekulation ein und berichtete, dass die Registrierungserklärung keine Unternehmensbewertung nenne. Die Zahl ist daher keine festgelegte Bewertung des Börsengangs.
Auch die Frage, ob eine KI-Blase besteht, ist eine Einschätzung und keine festgestellte Markttatsache. Rob May sieht mögliche Blasen in einzelnen Bereichen der KI-Wirtschaft, aber keine einheitliche Blase im gesamten Sektor. Dennis Kelleher warnte vor wirtschaftlichen Folgen, falls eine solche Blase platzen sollte.