Am 21. September 2026 wurde berichtet, dass einige große spanische Unternehmen Teile ihrer Ausgaben für künstliche Intelligenz von OpenAI zu Anthropic verlagern. Im Mittelpunkt stehen Claude, Claude Code und Sicherheitsfunktionen rund um Claude Mythos. Der beschriebene Schritt betrifft ausdrücklich einen Teil der Ausgaben – nicht den gesamten KI-Etat spanischer Konzerne.

Anthropic baut parallel seine Präsenz in Spanien aus. Das Unternehmen kündigte am 17. September 2026 die Eröffnung seines ersten spanischen Büros in Madrid an und ernannte Cristina Pitarch zur Leiterin des Spaniengeschäfts. Damit bekommt der Wettbewerb zwischen Anthropic und OpenAI in einem wichtigen europäischen Unternehmensmarkt ein klareres lokales Gesicht.

Welche spanischen Unternehmen Claude nutzen

Als spanische Claude-Kunden oder -Nutzer werden Banco Santander, CaixaBank, BBVA, Telefónica, Konecta, Amadeus, Ferrovial und Indra genannt. Diese Unternehmen stehen für mehrere Branchen: Banken, Telekommunikation, Kundenservice, Reisetechnologie, Infrastruktur sowie Technologie und Verteidigung.

Für Banco Santander und BBVA werden außerdem frühere Rahmenvereinbarungen mit OpenAI aus dem Zeitraum von August bis Dezember 2025 genannt. Bei Telefónica kommt Claude zusammen mit Claude Code bei der Softwareentwicklung und der frühen Erkennung von Schwachstellen zum Einsatz. Ferrovial nutzt Claude demnach für anspruchsvolle Aufgaben im Bauingenieurwesen und zur Automatisierung von Arbeitsabläufen. Amadeus wird als Unternehmen beschrieben, das mit Anthropic zusammenarbeitet.

Anthropic nannte für Spanien zusätzlich CaixaBank, Konecta und Indra sowie die bereits genannten Unternehmen als Nutzer oder Kunden. Die unterschiedlichen Rollen – von der Nutzung eines Modells bis zu einer Zusammenarbeit – machen den entscheidenden Punkt sichtbar: Claude ist in spanischen Unternehmen angekommen, aber daraus folgt nicht automatisch, dass ein anderer Anbieter vollständig ersetzt wurde.

Warum Claude Code und Mythos für Unternehmen wichtig sind

Der berichtete Aufschwung wird vor allem mit Claude Code, Claude Opus und den Sicherheitsfunktionen von Claude Mythos in Verbindung gebracht. Claude Code richtet sich an Entwicklungsaufgaben. Mythos zielt darauf, Software-Schwachstellen zu erkennen und Sicherheitsarbeit zu unterstützen.

Claude Mythos Preview ist allerdings kein frei verfügbares Standardprodukt. Der Zugang ist auf geprüfte Partner von Project Glasswing beschränkt. Das macht das Programm für Unternehmen interessant, die an Sicherheitsprojekten beteiligt sind, sagt aber nichts über eine allgemeine Verfügbarkeit für jede Organisation aus.

Für den Unternehmensmarkt ist diese Kombination relevant: KI soll nicht nur Texte erzeugen, sondern in Entwicklungsprozesse eingreifen, Code analysieren und bei Sicherheitsaufgaben helfen. Gerade dort entscheidet sich der Anbieter nicht allein über die Qualität eines Chatbots, sondern auch über die Einbindung in bestehende Arbeitsabläufe.

Anthropic eröffnet ein Büro in Madrid

Anthropic kündigte am 17. September 2026 sein erstes Büro in Spanien in Madrid an. Cristina Pitarch leitet die spanische Operation; zuvor war sie im Bereich Cloud-Sicherheit bei Google tätig.

Anthropic zufolge lag die Claude-Nutzung in Spanien beim 2,7-Fachen dessen, was aufgrund des Bevölkerungsanteils zu erwarten wäre. Das ist eine Unternehmensangabe zur eigenen Verbreitung, keine unabhängige Messung des gesamten spanischen KI-Marktes.

Die von Anthropic genannten Anwendungsfelder reichen laut Pitarch vom Bankwesen über Luft- und Raumfahrt sowie Infrastruktur bis zur Reisebranche. Die Liste der Nutzer passt zu diesem Bild: Claude wird in Bereichen eingesetzt, in denen Softwareentwicklung, große Wissensbestände und komplexe Geschäftsprozesse zusammenkommen.

Project Glasswing bezieht Spanien ein

Project Glasswing wurde im Juni 2026 von 50 auf 200 Teilnehmer erweitert. Anthropic bestätigte, dass auch Organisationen aus Spanien zu dieser Erweiterung gehören. Konkrete spanische Teilnehmer nannte das Unternehmen nicht.

Das Programm ist eng mit Claude Mythos Preview verbunden. Die spanische Beteiligung zeigt damit vor allem, dass Anthropic Sicherheitsanwendungen für Unternehmen in den hiesigen Markt bringen will. Sie ist zugleich ein anderer Vorgang als die berichtete Verschiebung von KI-Ausgaben: Das eine beschreibt die Teilnahme an einem eingeschränkten Programm, das andere eine teilweise Veränderung von Unternehmensbudgets.

Der spanische Wettbewerb zwischen Anthropic und OpenAI nimmt damit sichtbar an Fahrt auf – mit Claude-Nutzern, einem Büro in Madrid und einem Sicherheitsprogramm für ausgewählte Partner.