Anthropic soll ab dem 30. September 2026 auch Claude Fable 5, Claude Sonnet 5 und Claude Opus 4.8 mit einem Text-Wasserzeichen versehen. Das geht aus einer Kundenmail vom 24. September hervor. Die Markierung ist kein sichtbarer Stempel: Anthropic beschreibt sie als statistisches Muster in der Wortwahl.
Drei Claude-Modelle sollen dazukommen
Laut der Kundenmail plant Anthropic, die Textmarkierung auf drei weitere Modelle auszuweiten: Claude Fable 5, Claude Sonnet 5 und Claude Opus 4.8. Der Start ist für den 30. September vorgesehen.
Anthropics aktuelle Support-Tabelle führt bereits vier Modelle mit Text-Wasserzeichen: Claude Fable 5.1, Claude Mythos 5.1, Claude Opus 5.5 und Claude Opus 5. Die ähnlich benannten Versionen sind dabei unterschiedliche Modelle: Claude Fable 5.1 steht in der Tabelle, Claude Fable 5 dagegen gehört zu den für die Erweiterung vorgesehenen Modellen.
Wie das Wasserzeichen funktioniert
Anthropic beschreibt die Markierung als eine Variante von SynthID-Text. Dabei entsteht ein statistisches Muster, weil das Modell bei der Auswahl plausibler nächster Textbausteine seine Wortwahl beeinflusst. Ein Textbaustein – oft als Token bezeichnet – kann etwa ein Wort oder ein Wortteil sein.
Der Text erhält dadurch weder zusätzliche Zeichen noch ein verstecktes Text-Metadatum. Für Leserinnen und Leser ist das Muster mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Weil es in der Wortwahl steckt, verändert bloßes Abtippen derselben Wörter diese Wortfolge nicht. Bei kurzen Texten kann das Signal dennoch schwerer nachweisbar sein; auch umfangreiche Bearbeitungen, Paraphrasen und Mischungen mit anderem Text können die Erkennung erschweren.
Was ein Treffer aussagt
Ein positives Ergebnis bedeutet laut Anthropic, dass Claude den Text möglicherweise erzeugt oder verarbeitet hat. Es beweist weder, dass Claude alle Sätze verfasst hat, noch, wer die Ideen beigesteuert hat. Ein fehlendes Signal belegt umgekehrt nicht, dass ein Text von Menschen stammt.
Bei Code fällt die Markierung nach Anthropics Beschreibung meist schwächer aus, wenn genaue Ausgaben nötig sind. Wo es mehr Spielraum gibt – etwa bei Kommentaren –, kann die Wortwahl weiterhin markiert sein.
Wer das Wasserzeichen erkennen kann
Anthropic stellt die Erkennung von Text-Wasserzeichen als private Vorschau für berechtigte Organisationen und Unternehmen mit entsprechenden Compliance-Pflichten bereit. Ein allgemein zugänglicher Prüfer gehört nicht dazu.
Davon getrennt sind C2PA Content Credentials: Unterstützte erzeugte Dateien können diese signierten Herkunftsmetadaten enthalten. Sie sind Dateimetadaten und nicht dasselbe wie das statistische Wasserzeichen im Text.