Apple-Chef John Ternus sagte auf dem Ergebniscall am 2. November 2026, dass die Einkaufspreise für Speicher über das Dezemberquartal hinaus weiter steigen dürften. Für das Dezemberquartal erwartet Apple außerdem Engpässe bei Mac und iPad, vor allem wegen der Speicherverfügbarkeit und einer höheren Nachfrage als geplant.

Speicherpreise sollen über Dezember hinaus steigen

Apple hatte im Septemberquartal mehr für Speicher bezahlt als im Juniquartal. Für das Dezemberquartal rechnete das Unternehmen mit nochmals höheren Kosten. Ternus’ Ausblick reicht darüber hinaus: Die Einkaufspreise für Speicher sollten weiter steigen. Eine Höhe oder einen Endzeitpunkt nannte er nicht.

In der Margenprognose stecken auch Siri-AI-Kosten

Finanzchef Kevan Parekh prognostizierte für das Dezemberquartal eine Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent. Die Prognose berücksichtigt vor allem die höheren Speicherkosten, aber auch einen Teil der Kosten für den Hochlauf von Siri AI. Sie ist deshalb keine reine Schätzung der Speicherbelastung.

Für den Vergleich zwischen Juni- und Septemberquartal nannte Parekh eine weitere Zahl: Rechnet man die Zollrückerstattungen aus beiden Quartalen heraus, seien die Unternehmens- und Produktbruttomargen im Quartalsvergleich um etwa einen Prozentpunkt gesunken, vor allem wegen höherer Speicherkosten.

Apple beschrieb unterschiedliche Engpässe in den beiden Quartalen

Im Septemberquartal waren iPhone, Mac und iPad von Lieferengpässen betroffen. Betriebschef Sabih Khan führte sie auf die hohe Nachfrage zurück. Für das Dezemberquartal erwartet Apple Engpässe bei Mac und iPad, die hauptsächlich durch Speicher verursacht werden; zugleich lag die Nachfrage laut Khan über den Erwartungen des Unternehmens.

Damit unterscheidet sich die erwartete Lage im Dezember von Apples Beschreibung des Septemberquartals: Damals stand die hohe Nachfrage über mehrere Produktlinien hinweg im Vordergrund, für Mac und iPad im Dezember nennt Apple vor allem Speicher als Engpassfaktor.

Frühere Preisanpassungen glichen einen Teil der Kosten aus

Englischsprachiger Bericht von Bloomberg Tech über frühere Apple-Preiserhöhungen, veröffentlicht am 25. Juni 2026

Apple hatte die Preise für Mac und iPad Ende Juni und für iPhone im September angepasst. Laut dem Unternehmen federten diese Änderungen einen Teil der höheren Kosten ab. Eine weitere Preiserhöhung für Verbraucher kündigte Apple auf dem Call nicht an.

Bloomberg Tech berichtete in einem englischsprachigen Beitrag, der am 25. Juni 2026 erschien, über frühere Apple-Preiserhöhungen im Zusammenhang mit Engpässen bei Speicherchips und Speicher. Der Beitrag liefert historischen Kontext zu Apples damaligem Umgang mit Kosten, nicht zu den Aussagen vom November.

Die Warnung nennt keinen konkreten Vorteil für Speicheranbieter

Apple bezifferte den Anstieg seiner Verpflichtungen für die Fertigungsbeschaffung zwischen dem Juni- und dem Septemberquartal auf 33 Milliarden US-Dollar. Diese Summe bezieht sich auf Fertigungsbedarf insgesamt, nicht allein auf Speicher.

Die Aussagen von Apple beschreiben den Kostendruck auf die eigene Speicherbeschaffung, weisen aber keine Bestellungen oder Umsätze für einzelne Anbieter aus. Sie sind daher keine konkrete Umsatzangabe zu Micron oder SK hynix und belegen keinen bestimmten Effekt auf deren Aktienkurse. Wer Microns Geschäftszahlen im Zusammenhang mit dem Speichermarkt einordnen möchte, findet sie in unserem Bericht zu Microns Quartalszahlen.